»Oberlin, Waldersbach« auf der Platz 2 der Sachbücher des Monats im Februar (1. Februar 2017)



»Pfarrer Oberlin, den unvergesslichen und doch schon fast vergessenen wunderlichen Seelenhirten und Menschenfreund wieder zum literarischen Leben zu erwecken: das ist Thomas Weiß' großes Verdienst«, schreibt Rüdiger Safranski - und die Jury der Sachbücher des Monats von »Süddeutscher Zeitung« und NDR hat Johann Friedrich Oberlin, geboren 1740 in Straßburg, gestorben 1826 in Waldersbach, durch das Buch „Oberlin, Waldersbach. Eine Begegnung“ ebenfalls entdeckt. Für den Februar wählte die Jury von SZ/NDR das Buch von Thomas Weiß aus Baden-Baden auf den zweiten Platz.

Zur Begründung heißt es: »Oberlin war eine schillernde Persönlichkeit: frommer Seelsorger und entschiedener Pfarrherr, aber auch engagierter Pädagoge, zupackender Sozialreformer, überzeugter Verfechter der Ideale der Französischen Revolution, linker Pietist und Spiritist. Viel bewundert und arg gescholten. An ihm schieden und scheiden sich die Geister. Dass wir jetzt über ihn lesen, ist wohl auch dem Lutherjahr geschuldet, denn Oberlin war auch ein bedeutender Lutheraner. Georg Büchner in seinem ›Lenz‹ setzte ihm ein literarisches Denkmal. Ein erstaunliches Leben.«

Für Thomas Weiß, Autor, Lyriker und Pfarrer in Baden-Baden, tut gerade im Hinblick auf Luther die Erinnerung an Friedrich Oberlin dringend Not.
Für Luther stand fest: »Der Christenmensch ist freier Herr, dienstbarer Knecht«. Oberlin hat sich als Herr und Knecht verstanden: frei zu ökumenischer Weite, aufgeklärter Forschung, politischer Neuerung – und ein Knecht der Steintäler, um deren Leib und Leben er besorgt war. Thomas Weiß lässt den Tat-Lutheraner Oberlin schauen und zweifeln. Dabei geht er über dessen Lebenszeit hinaus, bis ins Dritte Reich. Denn 125 Jahre nach Oberlin setzten die Nazis um, was Luther an Judenverfolgung hasserfüllt gefordert hatte. Thomas Weiß ergründet: Wie gehören Oberlins Projekt vom »Himmel auf Erden« in Waldersbach und die Hölle im KZ Struthof nahe dem Steintal zusammen? In der Begegnung mit »Oberlin, Waldersbach« fragt der Autor den Menschenfreund Oberlin nach seinen Grenzen und auch danach, was einen (Christen-)Menschen befähigt, das Gute zu tun.

Thomas Weiß, 1961 in Karlsruhe geboren, in Rastatt großgeworden, ist verheiratet und Vater. Er studierte Evangelische Theologie in Bielefeld und Heidelberg, war zuletzt Pfarrer in Gaggenau und ist heute Pfarrer der Luthergemeinde in Baden-Baden. Weiß schreibt seit vielen Jahren Lyrik und Prosa. „Oberlin, Waldersbach. Eine Begegnung“ ist sein Erzähldebüt.



Über den Autor 

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