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Der lange Atem

Roman

Nina Jäckle

2014, 176 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-077-0

€ (D) 19,– / (A) 19,60*

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Ein japanischer Phantombildzeichner zeichnet die Gesichter der Tsunami-Opfer ohne ihre Verletzungen, um den Hinterbliebenen die Identifizierung erträglicher zu machen. Stille Poesie über Unerbittlichkeit und Verschwinden, über Leerstellen — und Hoffnung.

Nina Jäckles Roman »Der lange Atem«, in feiner lyrischer Prosa gehalten, ist ein Lehrstück übers Durchhalten und Standhalten. Eine Hommage aufs Menschenmögliche. Der gelungene Versuch, eine Katastrophe in Worte zu fassen.

»Der lange Atem« spielt eineinhalb Jahre nach der verheerenden Fukushima-Tsunami-Katastrophe in einer der betroffenen japanischen Provinzen. Ein Inspektor, früher zuständig fürs Zeichnen von Phantombildern gesuchter Krimineller, ist nach dem Tsunami mit seiner Frau in deren zerstörtes Heimatstädtchen zurückgekehrt.

Er verfertigt anhand von Fotos der entstellten Gesichter der Tsunamiopfer möglichst präzise Phantomzeichnungen, damit den Hinterbliebenen die Identifizierung ihrer Angehörigen zumutbar wird. Der Zeichner stellt sich dieser Herausforderung von ganzem Herzen, mit all seinem Talent – getragen von der Hoffnung, dabei mitzuhelfen, die Welt der Hinterbliebenen wieder zurechtzurücken,wieder hinreichend »in Ordnung« zu bringen.

Mit dem »Zurückzeichnen« der entstellten Gesichter, mit dem »Wegzeichnen« der Wunden macht Nina Jäckle erahnbar, erfahrbar, was die Überlebenden auch heute noch zu bewältigen haben – und wie es ist, mit der atomaren Bedrohung, der radioaktiven Verseuchung, mit Angst und Einsamkeit »fertig« zu werden. Wie es ist, in einer geisterhaften Ebene zurückzubleiben, in der alles, was bislang das Leben war, auf einen Schlag nicht mehr ist.
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Es war der elfte März, und das Meer atmete aus, ins Land hinein atmete es aus und dann atmete es tief wieder ein. Das Meer sog in sich auf, wer da saß, wer da spielte, wer da schlief, wer da lachte oder schwieg, wer da noch jung war oder bereits alt, übermütig, einsam oder in einer Umarmung. Das Meer ließ eine Kante zurück. Eine Kante, die nun auf ewig markiert, wo das Glück sich aufhielt, an jenem elften März um vierzehn Uhr sechsundvierzig, und wo das Glück in diesem Moment nicht war. Das Meer hat einen langen Atem, sagt meine Frau, auch du wirst langen Atem beweisen müssen.«
 

 

Das Buch zum Reinschauen:

Das Buch in der Kritik:

»Nina Jäckle erzählt vom Danach in einer Sprache, die mehr zeichnet als ausmalt, die das Ausmaß des Dramas impliziert, aber nicht in Worte fasst. Diese Kunst des Andeutens schafft eine besonders bedrückende Atmosphäre, weil das wahrhaft Ungeheure im Kopf - und im Herzen - entsteht. Nur die Schönheit von Jäckles Sprache mildert es ein wenig ab. Ihre Sprache ist klar, knapp, zum Teil etwas spröde, aber zugleich lyrisch und intensiv. Ein kleiner Trost für die Uberlebenden kann vielleicht darin liegen, dass jemand so andächtig und poetisch über sie schreibt.« WDR3

»Was diesen Text so suggestiv macht, ist weniger die Handlung. Es ist vor allem das stilistische Feingefühl, es ist der gut austarierte Rhythmus, der diesem Roman seinen Sog verleiht. Tatsächlich scheinen die Sätze und Absätze in Jäckles Roman wie Wellen zu kommen und zu gehen, auf den ersten Blick immer gleich, doch immer ein bisschen anders.« Süddeutsche Zeitung

»Nina Jäckle schlüpft in die Rolle ihres Protagonisten, um dessen Not sichtbar zu machen. Das tut sie mit Takt, Insistenz und in einer exakten, beharrlich um das Thema kreisenden Prosa.« NZZ am Sonntag

»Nina Jäckle findet eine poetische, hoch verdichtete Sprache, einen Fluss von Sätzen, in dem es bewusst Wiederholungen gibt. Es ist ein unablässiges Kreisen, die Gedanken bewegen sich in Schleifen. (...) Gibt es ein Gegengewicht zum Zerstörerischen? Wenn überhaupt, ist es federleicht. Ein schwaches Glimmen in der großen Nacht des Verhängnisses.« Dresdner Neueste Nachrichten

»Nina Jäckle schreibt schlicht, melodisch, in ihrer Sprache gibt es viele Refrains: sie umkreist das Unaussprechliche vorsichtig, verlagert ganz allmählich in Variationen von Bildern das Gewicht ihrer Erzählung. Ihr kleines, nachdenkliches Buch über ein großes Unglück wird so zu einer Meditation über die Gewalt des Schicksals.« Stuttgarter Nachrichten

»Die Leser sind sofort gefangen von dieser unglaublichen Sprachmelodie und den berührenden Bildern.« Neckarquelle

»Ein starkes und unter die Haut gehendes Buch über eine unfassbare Katastrophe und ihre tiefgreifenden Folgen für die individuell Betroffenen, aber auch für eine ganze Gesellschaft. Nina Jäckle fasst in knappe, ausdrucksstarke Sätze, was eigentlich nicht zu fassen ist. Emotionen sind sehr zurückhaltend formuliert, spielen sich im Kopf des Lesers ab. Sehr empfehlenswert.« ekz

»Das Meer hat eine Lücke gerissen, die durch nichts mehr zu schließen ist. Es hinterließ eine Leere, die so allumfassend ist, dass dieser Begriff dafür nicht mehr genügt. Trotzdem gelingt es Nina Jäckle mit diesem sensiblen Roman, Worte zu finden, mit denen das Unbeschreibliche gesagt werden kann.« Märkische Oderzeitung

»... wie es Nina Jäckle schafft, dieses zum Schlagwort verödete Terrain sprachlich zu rekultivieren, wie sie dem Besonderen eines Unglücksfalls etwas abgewinnt, das uns unmittelbarer betrifft als jede Energiewende, und unser Innenleben schneller und direkter erreicht als die unsichtbare Strahlung eines fernen havarierten Atomkraftwerks.« Stuttgarter Streikzeitung der Stuttgarter Zeitung

»Die Überlebenden von Fukushima müssen sehen, wie sie nach der Atomkatastrophe weitermachen, mit Verwüstung, Verlust und Tod umgehen. Die 1966 im Schwarzwald geborene Autorin Nina Jäckle beschreibt in ihrem Roman ›Der lange Atem‹ die kollektive Erfahrung von Fragilität und lässt dabei das wahrhaftige Ungeheuer im Kopf entstehen.« ›Büchermarkt‹ Deutschlandradio

»Nina Jäckle ist es gelungen, der Sprachlosigkeit einen schmalen Roman entgegenzusetzen, der viel mehr erzählt als alle Unglücksmeldungen aus den Nachrichten.« Brigitte

»Nina Jäckle schreibt in der ›Der lange Atem‹ von der Verwüstung der Seelen durch den Tsunami. (...) Nina Jäckle, deren Sprache so präzise ist, dass sie nüchtern wirkt, bringt durch den Blick des Phantomzeichners das Leid der Menschen ohne Ausschmückung zum Leser.« Berliner Zeitung

»In Nina Jäckles Roman ›Der lange Atem‹ bündelt sich die Erinnerung an das Seebeben vom 11. März 2011 auf seinem Arbeitstisch. Es ist, als nähme die Autorin die Lupe des Zeichners, um die Verwüstungen des Landes und der Seelen in diesem Brennglas zusammenzuführen. Er zeichnet, vergleicht, erinnert sich, radiert, dringt immer neu in das Wesen vor.« Frankfurter Rundschau

»Wie die Bassstimme eines Lamentos in einer Barockoper grundiert die unablässig kreisende Bewegung den gesamten Fortgang der Handlung – eine Meditation über Unausweichlichkeit und ewige Wiederkehr. Viele der Begebenheiten, die die Autorin schildert, gingen in den Tagen und Wochen nach der Tsunami-Katastrophe in Form von Bildern und Augenzeugenberichten um die Welt. Wer sich darauf einlassen möchte, erlebt eine sensible Annäherung an den Umgang mit einem Unglück, das in seiner Gewalt unser Fassungsvermögen übersteigt.« SWR2

»Mit der melancholischen Präzision einer Marguerite Duras und den schleifenartigen Wiederholungen eines Thomas Bernhard entwirft Nina Jäckle einen Reigen der Ausweglosigkeit und leistet eine Trauerarbeit, welcher der „Leere, die alles ist, was einmal da war und nun nicht mehr da ist“, eine Sprache gibt. Indem sie Wörter und Bilder für das Unsagbare findet, werden ein Nachdenken über das Unglück und vielleicht auch die nötige Distanz dazu möglich.« Literaturblatt Baden-Württemberg


»Die Schriftstellerin Nina Jäckle hat mit ›Der lange Atem‹ eine sprachgewaltige Metapher über das Bewältigen von unfassbaren Schicksalsschlägen geschrieben. Jäckles Büchern merkt man das akribische Feilen an den Sätzen an: In ihnen begegnet eine schnörkellose, lakonische und zugleich poetische Sprache mit einer ganz eigenen Melodie.« Anke von Legat, Unsere Kirche

»Aus der Sicht eines Phantombildzeichners setzt sich die Autorin auf eine besondere und eindrucksvolle Weise mit den Folgen dieser Katastrophe auseinander.« Neue Westfälische

»Diesem Buch gelingt hier etwas ganz Großes: Es macht aus abstrakten Opferzahlen wieder Menschengeschichten.« Marko Martin, mare

»Die Autorin Nina Jäckle hat ein berührendes, meisterhaftes Buch über das Weiterleben nach einer verheerenden Katastrophe geschrieben, die das komplette Dasein in ein groteskes Licht taucht. Durchhalten, ushalten, Verdrängen, irgendwie weitermachen - dafür steht »Der lange Atem«. Reutlinger General-Anzeiger

»Kein politischen Statement wird abgegeben, keine Schuldzuweisung werden im Roman ausgesprochen. Aber „wir hätten uns immer wieder von den damaligen Wellen erzählen sollen, um nichts zu vergessen. Alle hätten es besser wissen müssen, alle wussten es im Grunde besser.” Davon erzählt Nina Jäckle: vom Menschen, der Erfahrungen nicht wahrnimmt und offenen Auges in die Katastrophe geht. Natürlich, das ist auch ein grandioses Plädoyer für die Literatur, für die Kunst.«Otfried Käppeler, Südwest Presse

»Jäckles Sprache hält der Tragödie stand, im Großen wie im Kleinen: Kein Wort zuviel, jedes am richtigen Platz.« Schwarzwälder Bote

»Die Leser sind sofort gefangen von dieser unglaublichen Sprachmelodie und den berührenden Bildern.« Neckar Quelle

»Die deutsche Autorin Nina Jäckle hat einen vorsichtigen Roman in einer eindringlichen Sprache geschrieben.« Anke von Legat, Unsere Kirche

»Eine mutige Autorin, die das Tabu der Trauerbewältigung bricht. Ein wertvolles Buch, dem ich viele LeserInnen wünsche.« Cornelia Stahl, etcetera


»Nina Jäckle beschreibt mit klarer, poetischer Sprache, was eigentlich nicht zu beschreiben ist.« Ute Heuser-Ludwig, ERF

»Beispielhaft ist, wie hier Literatur eigene Bedeutung schafft - jenseits sich endlos wiederholender Fernsehbilder, die von dem schrecklichen Unglück allgemein bekannt sind.« Christoph Kuhn, Glaube und Heimat


Nachrichten über "Der lange Atem":



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