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Bevor es zu spät ist

Begegnungen mit der Kriegsgeneration.

Bruni Adler

2004, 520 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-937667-62-1

Leider vergriffen
€ (D) 29,— / (A) 29,90*


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Ein Ausschnitt deutscher Vorkriegs- und Nachkriegsbefindlichkeit.

"Ich habe es immer für den Inbegriff moralischer Verwirrung gehalten, daß sich im Nachkriegsdeutschland diejenigen, die völlig frei von Schuld waren, gegenseitig und aller Welt versicherten, wie schuldig sie sich fühlten." Hannah Arendt
 
Zum Inhalt:

"Ihr habt den Krieg angefangen! Erzählt mir nichts! Hört auf zu jammern!" - So reagierte Bruni Adler immer wieder auf die Versuche der Eltern, mit ihrer Tochter über ihre Erlebnisse im Dritten Reich zu sprechen.
 
Diese frühe Abwehrhaltung verfestigte sich unter dem verstörenden Eindruck des KZ Dachau, das sie noch als Schülerin besuchte, und mündete in die Auseinandersetzung der Studentin mit der "Frankfurter Schule" um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Der Zugang zur Generation der Eltern war damit verstellt, ja unmöglich geworden. ›Verwurzelt‹ im Holocaust, fühlte sie sich abgeschnitten von jeder positiven Vorstellung von Deutschland und sah sich dennoch in den vielen Jahren ihres USA-Aufenthaltes mit eben diesem Deutschland und seiner Unheilsgeschichte schmerzlich identifiziert.

Aufgerüttelt durch verbale Angriffe, ›Kollektivschuld-Attacken‹ auf ihre Kinder in den USA, begann Bruni Adler sich ihrer persönlichen wie nationalen ›Familiengeschichte‹ zu stellen - und suchte zunächst wohl mißtrauisch, aber doch geduldig, dann immer faszinierter das direkte Gespräch mit der Kriegsgeneration. Jetzt bat sie, ganz von sich aus: »Erzählt!«

Diese Versuche eines verständnisbereiten, aber kritischen Dialogs hat Bruni Adler alle aufgezeichnet. Das so entstandene Buch versammelt nun eine Auswahl von anderthalb Dutzend dieser ›Lebensläufe‹ - ein Miniaturmosaik also, nur ein Ausschnitt deutscher Vorkriegs- und Nachkriegsbefindlichkeit. Aber bei aller Zufälligkeit der Perspektive: schon der erste Blick in diese beigebrachten Lebensläufe ist bewegend, irritierend, aber zugleich auch heilsam und - in einem guten Sinn - womöglich versöhnlich.
Ein Buch, das mehr Fragen als Antworten hat. Ein Buch, das hoffentlich anstachelt, motiviert, die Begegnung und das Gespräch zu suchen, das Schweigen zu brechen, bevor es zu spät ist …
 
Auszüge aus dem Buch:
 
 »Ich kann mich noch ganz genau an das Schlafzimmer meiner Großmutter erinnern. Über dem Kopfende ihres Bettes hing das Kreuz, und an der Seitenwand, der Reihe nach, hingen Bilder von Hindenburg, Hitler und dem Papst.« Erika
 
»Meinen falschen Patriotismus hab’ ich, halb tot vor Hunger und von Jagdbombern gehetzt, im Straßengraben in Frankreich liegenlassen.« Edmund
 
»Ihr Jüngeren seid nicht schuldig, aber ihr seid in gewisser Weise haftbar, hab’ ich meinen Schülern gesagt, aber dann hab’ ich gemerkt, daß das falsch war. Daraufhin hab’ ich gesagt: Ihr tragt die Folgen, kommt um die Scham, Deutsche zu sein, nicht herum. Ich selber aber wollte die längste Zeit am liebsten Schweizer sein, mich mit meinem Deutschsein nicht auseinandersetzen müssen.« Wilhelm
 
»Mitten auf der flüssigen, brennenden Straße klebte eine Frau in der schwarzen Masse. Ihre Schuhe steckten fest. Sie bekam sie nicht frei. Sie hatte einen Kinderwagen vor sich. Die Reifen waren in den brodelnden Asphalt eingesunken. Der Wagen mit dem Baby ließ sich nicht mehr bewegen. Die Frau und ihr Kind sind vor meinen Augen verbrannt.« Marie
 
»Im Dritten Reich konnte man sterben, untergehen, ob man etwas tat oder nicht. Also konnte man auch
etwas tun!« Gertrud

Das Buch in der Kritik:

»Ein so bewegendes wie bedrückendes Miniaturmosaik der NS-Zeit, das jedem Geschichtsinteressierten ein Gewinn sein wird.« Badische Neueste Nachrichten

»Ein berührendes Buch, ein Mosaikstein in der erschreckenden Menschheitsgeschichte.«
Vaihinger Kreiszeitung

»Ein Bild der Kriegszeit, das nicht verharmlosen, beschönigen, rechtfertigen oder entschuldigen will.«
Stuttgarter Zeitung

»Sie wollte keiner hören, und sie haben geschwiegen. 60 Jahre nach Kriegsende melden sich Vertreter der Kriegsgenerationzu Wort. Bruni Adler hat Stimmen gesammelt.« Südwest Presse

»Ein ergreifendes, schockierendes Buch. Ein Buch, das Gedanken und Gefühle wild durcheinander wirbelt.«
Südwestrundfunk

»Die sensible und kluge Vergangenheitsforscherin hat mit ihren 20 Lebensgeschichten von Zeitzeugen die Chance geschaffen, ein düsteres Kapitel Geschichte wenigstens ausschnittsweise zu begreifen.«
Schwäbische Zeitung

Das Buch in der Kritik:




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