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Die Würde des Menschen ist tastbar

Porträts

Jean Pierre Wils, Iris Zimmer

2018, erscheint voraussichtlich im Oktober 2018, Großformat, ca. 120 Seiten und ca. 50 s/w-Fotografien, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-099-2

ca. € [D] 34,– / [A] 35,–*


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Würde ist ein Konjunktiv Nein. Würde ist fassbar.

Die Behauptung, die Menschenwürde sei tastbar, mutet eher seltsam an. Denn die gängige Formel definiert ja geradezu, die Menschenwürde sei unantastbar. Und wo wir uns über die Verletzungen der Menschenwürde beklagen, da sprechen wir davon, dass sie antastbar ist.

Aber es gibt auch eine Schönheit der Würde und diese hat mit den Menschen zu tun, die ihre Gesichter der Würde
sehen lassen. Die Menschenwürde schützt, sie ist unser Fundament. Aber wenn die Menschenwürde kein Abstraktum bleiben soll, müssen wir die Menschen, die sie schützt, aus der Nähe wahrnehmen lernen. Da hilft ihre Schönheit. In dieser Schönheit begegnen wir der Menschenwürde in ihrer sichtbaren Gestalt. Der Schutz, den sie verspricht, zeigt sich, indem wir gerade jene Menschen schön finden können, die den Model- und Modeklischees nicht entsprechen.
Auch die Behindertheit, auch die Traurigkeit gehören zu dieser Schönheit als Würde. Und gerade diese Schönheit
jenseits des Gewöhnlichen lädt uns ein, die ausdrückliche Würde dieser Menschen wahrzunehmen. Und da eben wird
die Menschenwürde fühlbar, tastbar. Allerdings gehört dazu der freie Blick, die Bereitschaft, über das Raster des
Normalen hinaus zu sehen. Und genau das verwirklicht in diesem schlicht-schönen Buch Iris Zimmer mit ihren Fotografien von Menschen mit Behinderungen.

Ein paar Zeilen zur Probe:

»Die Fotos in diesem Band künden von dieser Schönheit, von einer Menschenwürde, die gleichsam tastbar geworden ist. Sie zeigen uns Frauen, die in einem Zürcher Haus wohnen und dort betreut werden. Diese Frauen sind, was wir  ›behindert‹ nennen. Sie sind unterschiedlichen Alters, fröhlich und traurig, ausgelassen und melancholisch, glücklich  und unglücklich, zufrieden und rebellisch. Keines dieser Bilder ist gestellt oder geplant. Die Fotografin gehört zu den  Betreuerinnen. Aber das Wort ›Betreuung‹ erfasst nur unzureichend, was in diesem Haus stattfindet. Die Fotografin  ist Teil der Lebenswelt dieser Frauen. Sie befindet sich nicht in einem ›Außerhalb‹. Und es ist auch nicht bloß die Neugier, die sie dazu antreibt, zu fotografieren. Ihre Fotos dokumentieren – sie bilden Dokumente der Menschlichkeit. Die Kamera fängt Momente des Alltags und des Außeralltäglichen ein. Sie zeigt Menschen in spontanen und entwaffnenden Augenblicken ihrer Existenz und im Bemühen um ein gutes Leben, um ein für sie gutes Leben.«


Das Buch in der Kritik:



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