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Warum wir

Roman

Carsten Otte

2014, 288 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-078-7

€ (D) 22,– / (A) 22,70*

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Nina und Jan, ein Paar mit Kinderwunsch, wird mit der Pränatal-Diagnose Trisomie 13 konfrontiert. Wollen sie dieses Kind bekommen — oder abtreiben lassen?

»Carsten Otte nähert sich seinem traurigen Romanhelden mit großem Einfühlungsvermögen. Seine besondere Kunst besteht darin, das Leid und die Sorgen der Menschen in virtuos unterhaltsamer Sprache einzufangen. Und weil der Autor gerade in düsteren Szenen die komischen Momente herausarbeitet, ist es eine unheimliche Freude, Carsten Otte zu lesen.« Jochen Schimmang

Ein Paar zwischen der Sehnsucht nach dem eigenen Kind und der Wirkmacht pränataler Diagnostik. Hin- und hergerissen im verzweifelten Versuch, weder die Gerätemediziner noch den lieben Gott über ein Leben auf Erden entscheiden zu lassen. Welch ein Dilemma, welch tragische Überforderung. Ein Sozialdrama. Ganz aus der Sicht des Vaters: Eine Art »Schauer«-Roman, wie ihn das Leben schreibt.*
 
Ein sommerlicher Tag am Baggersee. Es schmeckt nach Pommes, Kinder spielen im Wasser. Jan und Nina genießen das Familienidyll. Er freut sich, zum ersten Mal Vater zu werden, und sie ist glücklich, dass ihre dritte Schwangerschaft gut verläuft. Eher beiläufig erwähnt Nina einen Termin: Babyfernsehen und Bluttest, sagt sie, dann sind wir auf der sicheren Seite. Doch die Ultraschallbilder liefern erste Hinweise auf Fehlbildungen. Nach quälenden Untersuchungen steht die Diagnose fest: Trisomie 13, Pätau-Syndrom. Und jetzt? Was tun?
 
Nina möchte ihr Kind abtreiben. Jan aber will seine Tochter nicht aufgeben.

Ein Alptraum beginnt.

Wer hat das Recht, sagt er, den Tod des Kindes zu beschließen? Aber soll das behinderte Kind, sagt sie, auf die Welt kommen, um womöglich zu leiden? Beider Argumente greifen nicht – und verschwimmen in Tränen.

* ... und ist auch eine Hommage an die englische Popgruppe »The Cure«. Die heiter-melancholischen Liedtexte der Band machen den Roman auch zu einem musikalischen Ereignis.
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Ein fensterloser Raum, Dämmerlicht. Die graue Untersuchungsliege füllte den kleinen, klimatisierten Raum fast vollständig aus. Hier können Sie gleich Ihr Baby sehen, und zwar dreidimensional, sagte Langenfeld und deutete auf einen Bildschirm, der am Fußende der Liege befestigt war. Der Arzt schaltete einen zweiten, größeren Bildschirm ein, der auf einem Beistellwagen stand. Hier lag auch der faustgroße Ultraschallkopf. [...]
 
Kaum hatte sich Nina hingelegt, begann die Untersuchung. Das ist Ihr Kind, sagte Langenfeld, und ich war erstaunt, was ich alles sehen konnte. Arme und Beine, kleine Finger, und als Langenfeld den Ultraschallkopf etwas bewegte, war sogar ein kleines, rundes Gesicht zu erkennen. Lächelt er? fragte ich mich und merkte sogleich, dass ich davon ausging, einen Jungen zu bekommen. Das Baby hat ja abstehende Ohren, bemerkte ich, und Langenfeld lachte. Ja, bestätigte er, die hat sie wohl. Nina hakte sofort nach. Ein Mädchen? Sagen wir mal zu 99 Prozent, sagte Langenfeld. Hätten Sie lieber einen Jungen? Nina runzelte die Stirn. Darauf komme es jetzt nicht an, meinte sie und sah gebannt auf den Bildschirm. Langenfeld vermaß den Kopfdurchmesser des Kindes. Die abstehenden Ohren hat sie von dir, sagte Nina.«
 

Das Buch zum Reinschauen:

Das Buch in der Kritik:

»Die Thematik ist ungewöhnlich und interessant. Dabei geht es nicht nur um die Frage: Abbruch der Schwangerschaft oder Austragen des Fötus'. Das kann ohnehin nur jeder für sich selbst entscheiden. Es steht auch die Frage im Raum, ob pränatale Diagnostik in jedem Fall sinnvoll und notwendig ist. Ottes Themenwahl ist mutig (…). Das Einfühlungsvermögen des Baden-Badeners, sein Eintauchen in die Seele seiner Protagonisten kontrastieren nicht, sondern verbinden sich damit - mit dem Ergebnis, dass aus einer Schreckensvision ein Problem wird, mit dem man fertig werden kann, auch wenn das wahnsinnig schwer ist.« Frauke Kaberka, dpa

»Carsten Otte zeigt mit diesem Seelendrama, dass letztlich in unserer Gesellschaft alles mit Halbwahrheiten und undeutlichen Auskünften geregelt ist. Die Betroffenen werden trotz aller Therapien und Begleitungen alleine gelassen und stehen schutzlos den Vorurteilen und Tabus gegenüber. Andererseits ist das Thema Abtreibung, Sterbehilfe und Umgang mit einem defekten Leben nicht über die Gesellschaft zu lösen und bringt die Beteiligten an den Rand der psychischen Eigenkapazität. Im Erlebnis-Spektrum der Figuren geht es grotesk, hilflos, ernüchternd und trunken zu. Alle Handgriffe des Familienlebens stehen auf den Prüfstand, und die Frage „warum wir“ lässt sich vielleicht so beantworten, weil es jeden von uns betrifft. - Ein Bildungsroman der realistischen und letztlich herzensguten Art.« Universitäts-und Landesbibliothek Innsbruck

»Berührend und gleichzeitig an die Nieren gehend gelingt es Otte, eines der schmerzlichsten Tabus glaubwürdig zum Gegenstand seines genauen Erzählens zu machen. Wer je um und mit einem geliebten Menschen gelitten hat (und wer hätte das nicht?), wird sich dem Sog, den dieses Buch entfaltet, kaum entziehen können. Alles in allem: ein schwerer, zu Herzen gehender Roman, klug konstruiert und dennoch authentisch. Ein Text, der nachdenklich macht, ohne einen ratlos zurückzulassen.« Heilbronner Stimme

»Otte wertet nicht. Sehr genau und einfühlsam, aber auch mitreißend und nicht ohne Komik erzählt er von einem der schwierigsten Konflikte überhaupt. Ein Roman zu einem aktuellen Thema, den man nicht aus der Hand legt, mögen die Tränen noch so fließen. Ein wichtiges Buch, das dazu beiträgt, dass die Pränataldiagnostik und ihre Folgen offen und ohne Tabus diskutiert werden können.« Mareike Ilsemann, WDR5 »Bücher«

»Zugegeben, das Thema ist schwer und höchst schmerzhaft. Doch der Autor findet eine Sprache und komische Momente, die die Düsterheit erhellt. Kaum zu glauben. Dieser Roman tut weh und unterhält trotzdem. Diese Geschichte erschüttert und macht Mut.« Schwäbische Post


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