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Emilies Schweigen

Novelle

Markus Bundi

2013, 120 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-053-4

€ (D) 16,– / (A) 16,50*

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Ein junger Anwalt erlebt sich in seinem ersten Fall - und entscheidet sich für die eigene Freiheit.

Eine Novelle, die vom Verrat am Leben handelt, aber auch von der Menschenwürde, die am Willen eines jeden hängt, der für sich und andere spricht und am Ende – hoffentlich – die Liebe trifft.

David Mohr, Mitte dreißig, ist im Begriff, als Jurist Karriere zu machen. Schuldig oder nicht schuldig, das ist für ihn im Fall Emilie T. bald nicht mehr die Frage, denn er ist sich sicher: Emilie ist mitverantwortlich für den Tod von vielleicht sechzig oder siebzig sterbenskranken Menschen. Die Krankenschwester hat aktive Sterbehilfe geleistet, doch gibt es weder Zeugen noch Beweise. Und Emilie schweigt. David, ihr Pflichtverteidiger, leitet aus diesem Schweigen seine Strategie ab, lässt den Prozess buchstäblich in die Leere laufen, entlarvt jede Geschichte, die sich an Indizien entwickelt, als bloße Spekulation.

Markus Bundi inszeniert diesen Prozess einerseits als Wechselspiel von Verfahren und medialer Zubereitung (wofür es inzwischen viele reale Vorbilder gibt); andererseits zeichnet er den Pflichtverteidiger als eine Figur der heutigen Gesellschaft, effizient und erfolgsorientiert, aber noch nicht ganz unempfindlich.

David bekommt Zweifel an den Mechanismen der Rechtsprechung und er zweifelt je länger, je mehr an sich selbst: Sein leichtfertiger Umgang mit Substanzen, die die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern (wofür es ebenfalls Vorbilder gibt; Stichwort: Ritalin, Modafinil), kostete ihn seine letzte Beziehung, auch wenn er das so zunächst nicht einsehen will. Im Verlauf des Prozesses wird David klar, dass Sterbehilfe nicht nur ein juristisches Thema ist und dass sein eigenes Leben – und jenes mit Margarethe – womöglich noch gar nicht begonnen hat.
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Die Angeklagte war fünfunddreißig Jahre alt, von schlanker Statur und hatte ein kindliches Gesicht. Brünettes, halblanges Haar, wohl nicht gefärbt. Dezent geschminkt war die Frau. In der weißen Bluse und dem blauen Jackett hätte man sie für eine Geschäftsfrau halten können oder für eine Stewardess.
 
Was hätte man sehen wollen? – Eine Frau im Büßergewand. Eine Frau, die des siebenundvierzigfachen Mordes angeklagt war, konnte nicht normal aussehen. Von einem Todesengel, von einer Bestie hatten die Medien berichtet. Jeder Sachverständige und jede Expertin, ob selbsternannt oder dazu gemacht, war zu Wort gekommen. Zurückhaltung übten nur wenige, ein klares Bild von Emilie T. ergab sich aus der Vielzahl der Meinungen nicht.
 
Die Angeklagte schwieg. Ihr Verteidiger plädierte auf nicht schuldig, es handle sich, wenn überhaupt, um Sterbebegleitung. Als Motiv komme einzig Nächstenliebe in Frage. Damit war die Sache angerichtet.«

 

Das Buch in der Kritik:

»Nach der Lektüre atmet man denn auch nicht durch und suhlt sich in der Befriedigung, der Fall habe sich nun auch für die Lesenden geklärt. Im Gegenteil: Man ist versucht, die Geschichte nochmals zu lesen. (...) Eine merk- und denkwürdige Parabel auf die Unwägbarkeiten menschlicher Existenz, die sich dem Planungsdenken entzieht.« Neue Zürcher Zeitung
 
»Nicht zu viel reden, dabei aber möglichst viel sagen. So könnte man Bundis Grundton umschreiben.« Südkurier
 
»Klug, fast schon hinterlistig, legt Markus Bundi, hinter das offensichtlich „Unerhörte“ seiner Novelle, den vielfachen Mord, etwas anderes Unerhörtes: nicht nur den Sieg David gegen Goliath, sondern den Sieg des Schweigens über die Sprache.« Bernadette Conrad, Basler Zeitung
 
»Emilies Schweigen wird zur Carte blanche, zur leeren Projektionsfläche für ein Erzählen, das ganz subtil die Grundfesten unserer Wahrnehmung ins Wanken bringt.« Aargauer Zeitung
 
»In seiner filmreifen Novelle verbindet Markus Bundi spannende Unterhaltung mit philosophischer Tiefe.« Nürnberger Nachrichten
 
»Ein literarisches Meisterwerk – es geht weit über das einfache Krimischema hinaus, es geht nicht einmal darum, dass Verbrechen etwa aufgeklärt würden. Emilies Schweigen ist eine knappe philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, und zeigt das an einem extremen Fall, nämlich an dem Schauprozess gegen eine Krankenschwester, die 50-70 Menschen in den Tod begleitet hat. Markus Bundi kommt von der Lyrik her, das merkt man auch seinen Novellen an. Er schreibt verdichtet, seine Texte sind nie ausschweifend sondern immer schon ein Konzentrat, also kein Satz zu viel. Und so ist es auch in Emilies Schweigen. … Zwischen den Abschnitten lässt der Autor viel Raum für den Leser zum Nachdenken.« srf1
 
»Unterhaltsamer und anregender jedenfalls kann man kaum in die Interpretationen des Schweigens gezogen werden.« Heilbronner Stimme
 
»Noch immer haben sich Tiefgründigkeit und Humor in Markus Bundis Büchern auf das Harmonischste vereint.« Schweizer Monat
 
»Ein spannendes Buch wie ein Schachspiel.« St. Galler Tagblatt 
 
»Ein von Beginn weg spannendes Büchlein, das sich inhaltlich mit den Themen Sterbehilfe und Indizienprozess befasst. Es zeigt auch das Spannungsfeld auf, in dem sich - nicht nur ein Verteidiger bei einem solchen Prozess befindet.« P.S. 
 
 


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