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Allerscheinheiligen

Roman

Egon Gramer

2012, 175 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-037-4

€ (D) 17,90 / (A) 18,40 *

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Eine schwäbische Köpenickade.

In Rottenberg am Neckar, der Kleinstadt mit Bischofssitz und großer Vergangenheit, ist die bürgerliche Welt vor hundert Jahren in allerbester Ordnung und ist jeder an seinem Platz: in der Stadt, im Palais, in den Ämtern, in der Schule, im Gefängnis, in den Familien. Ein kleiner Skandal um einen nackten Adam und eine nackte Eva am Marktbrunnen festigt die moralische Grundordnung wieder.
 
So wie es ist, kann’s bleiben. Sebastian und Max, zwei junge Leute, einer aus der Stadt, einer aus Hemmenhofen, entdecken die Welt in sich und um sich herum. Ein ungeheuerliches Ereignis aber stört den Frieden. Athanasius, der Bischof von Bethlehem, und sein Sekretär, Bruder Ildefons, sind plötzlich da.
 
Ein Wunder geschieht. Im Kloster Wegginthal vor der Stadt ist eine Heilige Quelle entsprungen und löst ein religiöses Fieber aus. Ein städtischer Ehrenmann, Bankier und Kolonialwarenhändler, macht damit seinen Schnitt. Das Geschäft blüht. Der Tod bzw. der Mord bzw. der Selbstmord macht dem ungeheuerlichen Rottenberger Ereignis ein Ende. Der Bischof ist spurlos verschwunden. Alles ist wie vorher. Scheinbar. Allerscheinheiligen.
 
»Egon Gramer erzählt äußerst sprachbewusst von der tiefen Verwurzelung im Schwäbischen.« Martin Walser
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Eines schönen Tages aber, von niemandem erwartet, tat sich in Rottenberg, in der durch den Neckar geteilten Bischofsstadt, gleichsam aus heiterem Himmel, ein großer, ein schwarzer Riss auf. Ein Abgrund ließ tief blicken. Das Unterste war nach oben gekehrt, das Oberste in sein Gegenteil nach unten in den Dreck gestürzt.

Eine ungeheuerliche und verkehrte Welt war auf einen Schlag da. Hatten die Rottenberger Fasnetsnarren das Kommando übernommen? Hatten schwarzschwänzige Teufel die Heiligen von ihren goldenen Podesten gestürzt? War zwischen dem Gefängnis, zwischen ›Ganovenschloß‹ und ›Geistlichem Palais‹ kein Unterschied mehr? Es schüttelte die Stadtbewohner drüben über dem Fluß und rüttelte mehr noch die auf der linken Seite durcheinander, am meisten aber waren die Bewohner des Bischöflichen Palais betroffen. Dieser abgefeimte Wirrwarr! Was für ein teuflisches Durcheinander! Nicht zu fassen die Verkehrung des Wahren ins Falsche.

Der sicher gebaute Boden, die Fundamente wankten. Aber die Bewohner des Schlosses über der Stadt schüttelte ein großes Gelächter. Und die Andersgläubigen, die nichtkatholischen also, die konnten nicht glauben, was sie mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Augen gesehen hatten. Waren aus den Rechtgläubigen, den religiösen Verwandten, nun selber Wüstgläubige geworden?
 
Rottenberg, die Stadt am Neckar, bebte von Geschichten, überschallt vom Gelächter der üblen Komplizen hoch oben in ihren dunklen Zellen im sogenannten Schloßgefängnis und Gefängnisschloß, wo sie, die Radaubrüder, gegen die eisernen Stäbe trommelnd, ein höllisches Konzert gaben.«

 

Das Buch in der Kritik:

»Der dritte Roman des Berthold-Auerbach-Preisträgers ist knitz und mit viel Gespür für das Unterschwellige im kleinstädtischen Leben geschrieben, als die Welt noch in Ordnung schien.« Schönes Schwaben
 
»Eindringlich ist dieser Roman, berührend und bewegend zugleich.« EKZ
 
»Ein zu Herze gehendes Buch!« Südkurier


Nachrichten über "Allerscheinheiligen":



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