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Scheuer Vogel Traum

Ein Lesebuch. Herausgegeben und übersetzt von Elsbeth Gut Bozzetti

Tonino Guerra

2012, 216 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-026-8

€ (D) 19,50 / (A) 20,10*

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Ein Lesebuch der besten Texte von Tonino Guerra, der als Drehbuchautor, Dichter, Geschichtenerfinder und -erzähler, als Maler, Zeichner, Gestalter eine eigene poetische Welt erschaffen hat.

Ein Unbekannter ist er nicht. Selbst wer noch nie etwas von ihm gelesen hat, mag ein paar seiner Sätze im Ohr haben. »Mir tun die Haare weh!« ist so ein beiläufig dahingesprochener Satz, der aus Nebel- und Abgaswolken heraus die Verlorenheit im italienischen Wirtschaftswunder in rätselhafte Worte fasst. Ganz eindeutig ist der Schrei: »Ich will eine Frauuu!«, den ein Kerl vom Baum herab in den Abend brüllt.
 
Das sind jedenfalls Sätze von Tonino Guerra. Sie sind begleitet von Bildern, die ganze Filme wieder ins Gedächtnis rufen. Da steht der kühle Filmästhet Michelangelo Antonioni neben dem lebensprallen Federico Fellini, die »Rote Wüste« neben »Amarcord«. Mit beiden Regisseuren hat Guerra als Drehbuchautor intensiv zusammengearbeitet. Vieles, was das Mehr an Poesie dieser Filme ausmacht, geht auf seine Rechnung. »Il poeta del cinema«, der Dichter des Kinos, ist die Kurzformel, mit der sein Beitrag zum Internationalen Autorenkino der Nachkriegszeit – und das sind mehr als 100 Filme! – umschrieben wird. 2002 verleiht ihm die European Film Academy den Europäischen Film- Oscar für sein Lebenswerk. 2004 wird er in Straßburg zum besten Drehbuchschreiber Europas gekürt.
 
Im Grunde aber ist Tonino Guerra Dichter. Geschichtenerfinder und -erzähler. Und er ist Maler, ist Zeichner, ist Gestalter von »poetischen Orten«.
 
Fünfzehn Jahre ist es her, seit bei Klöpfer & Meyer der Band »Staubwirbel. Geschichten für eine ruhige Nacht« erschienen ist. Kurz darauf kam auch seine Erzählung »Lauer Regen« bei Klöpfer & Meyer heraus sowie das Poem »Der Honig«, das als sein dichterisches Hauptwerk gilt. Alle diese schönen Titel sind seit langem vergriffen. Auf vielfachen Wunsch erscheint nun unter dem Titel »Scheuer Vogel Traum« ein Tonino-Guerra-Lesebuch, ein »best of«. Angefangen von den ersten Gedichten bis zu den späten Reisetagebüchern führt der Band in die Welt eines Menschen, der dem Leisen lauscht und die Schattenschrift des Lichts entziffert.
 
Mit welchen Augen erzählt einer, der das Erzählen »nie direkt« zu seinem Merkmal gemacht hat?
 
Zwischen Bodenhaftung und Phantasie, zwischen Dorfchronik und Abenteuerreisen auf den Gleisen des Traumes nimmt Tonino Guerra uns mit in die Möglichkeitswelten seiner Poesie.
 
Herausgeberin Elsbeth Gut Bozzetti übersetzte bislang alle bei Klöpfer & Meyer erschienenen Tonino-Guerra-Titel.

Das Buch in der Kritik:

»Ein fast kindlich anmutender, poetischer Blick auf die Absurditäten, das Scheitern menschlichen Tuns, wo die unscheinbaren Dinge allein Zusammenhänge zu schaffen vermögen. Zugleich ein erzählend-filmischer Blick auf verlorene Zeiten und Lebensformen. Dieser Blick und seine träumerische Fantasie hat Guerra zum Drehbuchator der europäischen Autorenfilmer wie Fellini, Antonioni, Tarkowski, Taviani u.a. werden lassen. Ein wunderschönes Lesebuch, das quasi ›eine poetische Lebenslinie bis in die jüngste Gegenwart hinein‹ nachvollzieht in lyrischen Bildern, Gedichten, Gesängen, parabelhaften Prosaminiaturen, Reise- und Tagebüchern.« ekz
 
»Ein Guerra-Lesebuch, das eine poetische Lebenslinie von ihren Anfängen bis in die jüngste Gegenwart hinein nachvollziehbar macht und in den Gedichten, ausgewählten Gesängen aus den zyklisch angelegten Poemen, parabelhaften Prosaminiaturen, Romanauszügen, Reisenotaten und Tagebuchnotizen viele der Perspektiven erkennen läßt, die sich in Guerras Werk öffnen: ein Erzähl- und Bildkosmos, der einer beinahe panoramatisch weiten Landschaft gleicht, einer ›campo lungo‹, wie die Filmeinstellung der Halbtotalen im Italienischen genannt wird, in der der Mensch seinen Platz neben den Dingen, Tieren und Pflanzen, Geräuschen und Gerüchen einnimmt und gleichsam antikisch in ihnen erst lebt, mit ihnen spricht und im Tode wieder aufgeht.« Badische Zeitung
 
»Elsbeth Gut Bozzetti gibt mit dieser Zusammenstellung einen Einblick in das Schaffen dieses vielseitigen Mannes. U.a. Gedichte, kurze Fabeln, das Poem ›Der Honig‹", die Erzählung ›Lauer Regen‹ über eine Kaukasus-Reise und Tagebuch-Ausschnitte sind hier versammelt, sie alle vereint eine wunderbare Mischung aus Realismus und Irrealität, aus ironischem Humor und genauer Tatsachenbeschreibung.« literaturkurier
 
»Einst war er der Dichter des Kinos. Seine Bodenständigkeit, sein spitzbübischer Blick auf scheinbar Nebensächliches nährte die Filmkünstler. Und er schreibt weiter. Das Lesebuch ›Scheuer Vogel Traum‹ streift durch seine ungekünstelte Poesie.« Der Kurier 
 
»Eine fesselnde Anthologie erinnert an den wunderbaren italienischen Autor Tonino Guerra: Offen für Märchen und Wunder. (...) Posie ist ein Mittel gegen die Einsamkeit, gegen die Mutlosigkeit, gegen den Tod. Jedenfalls dann, wenn man an die Magie der Wörter glaubt und ein Magier ist der Sinnlichkeit, der Synästhesien, der hybriden Situationen, in denen Wirklichkeit und Phantasie ineinanderkippen wie zwei schöne, alte, vergessene Spiegel.« NZZ am Sonntag

»Es ist eine schöne Fügung, dass ausgerechnet jetzt ein Lesebuch mit einem gelungenen Querschnitt durch sein Werk erscheint ist. (...) So wie Guerra die Atmosphäre eines gesamten Filmes in poetischen Redewendungen und Formeln verdichtete, befogt er auch in seinen literarischen Texten das Gebot der Knappheit. Manche der Geschichten sind nur eine halbe Seite lang und haben einen fabelähnlichen Charakter.« Maike Albath, NZZ (10. Juli 2012, Seite 43)

»Der Band geriet zum Nachruf auf einen großen europäischen Dichter, er sei den Liebhabern der leisen Literatur, den Menschen empfohlen, die Italien lieben und die dort finden, was alle große Literatur vermittelt: die Welt.« Oswald Burger, Südkurier










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