Das Buch...

...in der Kritik
...als Leseprobe

Cover zum Download

Der Seelenhüter

Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Irène Kuhn

Pierre Kretz

2012, 208 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-025-1

€ (D) 18,90 / (A) 19,50*

In den Warenkorb 


Empfehlen Empfehlen

Pierre Kretz vermittelt die wechselvolle Geschichte des Elsaß in einem intensiven Monolog des »Hüters der Seelen« all der elsässischen Soldaten, die für Deutschland in Rußland gefallen und verschollen sind.

Hinter der Idylle die Wirklichkeit, dahinter die schmerzliche Vergangenheit: Das Elsaß ist mehr als nur Baeckaofe, Choucroute, Gewürztraminer…

»Der Seelenhüter«, Pierre Kretz’ anrührend-aufwühlender zeitgeschichtlicher Roman, vermittelt über die unglückselige elsässische »Dazwischen«-Geschichte, also über die wechselvolle Geschichte des Elsaß’ zwischen Frankreich und Deutschland mehr als all die vielen Erinnerungsschriften, Traktate und gelehrten Werke zusammen.

»Der Seelenhüter«: ein spannender – und menschlicher Roman.

In einem intensiven, schier schonungslosen Monolog, aber doch nicht ohne Herz und Witz erzählt ein Mann, warum er sich so ganz aus der Welt und Wirklichkeit zurückgezogen hat. Mitten in seinem Dorf, »Heimsdorf«, das aussieht wie jedes andere elsässische Dorf auch, lebt er freiwillig im Keller seines Elternhauses. Er lebt gewissermaßen ein »Archivarsleben«, ist umgeben von ringsum auf Wäscheleinen geklammerten Dokumenten, Fotografien, vergilbten Papieren. Er ist zum »Hüter der Seelen« all der elsässischen Soldaten geworden, die (freiwillig? zwangsverpflichtet?) für Hitler und Deutschland in Rußland gefallen, verschollen sind – und er ist damit zugleich auch der »Hüter der Seelen«, der Fürsprecher der vielen elsässischen Frauen, die ohne Männer geblieben sind.
 
Der »Seelenhüter« versucht, sisyphusähnlich, in einer Psychoanalyse bei »Monsieur Jemand«, die Fäden einer zerrissenen Familiengeschichte wieder aufzunehmen und aufs neue miteinander zu verknüpfen. Er lässt die ihm Nahestehenden – die Eltern, die Verwandten, die alten Freunde – in seiner Erinnerung wieder präsent, wieder lebendig werden. Seine »Lebensbeichte« öffnet den Weg zur Linderung, zur klarsichtigeren Gelassenheit, vielleicht zur Aussöhnung – und damit zu einer Art »weltlicher Absolution«.
 
Stimmen zum Buch:
 
»Das Elsaß und seine leidvolle Geschichte: Noch nie hat ein Roman mit soviel Talent von den Gefühlen und der Würde der Elsässer erzählt. Zwischen Zärtlichkeit und Ironie bewegt sich Pierre Kretz auf unbeschreibliche Weise. Ein Kunstwerk!« Jacques Lindecker, L’ Alsace
»Ein sehr gelungenes, ein wahres Stück deutsch-französischer – und insbesondere elsässischer Zeitgeschichte!« Antoine Wicker, Dernières Nouvelles d’ Alsace
 
Die Übersetzerin:
 
Irène Kuhn ist in Straßburg aufgewachsen ist in Straßburg aufgewachsen, studierte dort Germanistik, lebt heute in Avignon und München. Mitbegründerin eines Studiengangs »Literaturübersetzen« in Straßburg. Zuletzt hat sie für Klöpfer & Meyer Pierre Kretz’ »Ich, der kleine Katholik« übersetzt.

Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Die Leute von Heimsdorf machen sich Sorgen um mich. Ich habe es schon gesagt, ich habe immer großes Mitleid gespürt in den Blicken, mit denen sie mich, den kleinen Jungen bedachten, dessen Vater nicht aus Russland zurückgekehrt und dessen Mutter im Irrenhaus gestorben war. Den Entschluss, mich in Heimsdorf im Haus meiner Vorfahren  niederzulassen, hatte ich im gleichen Moment gefasst wie den, nicht mehr zu arbeiten und mich fortan ausschließlich meinen Forschungen zu widmen, Forschungen über den Zusammenhang zwischen unserem Familienroman und der Europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.«
 
»Seit meiner frühesten Kindheit schäme ich mich, dieses Gefühl klebt mir an der Haut, und ich würde es gerne loswerden. Ich kann nichts dafür, dass mein Vater als deutscher Soldat in Russland gefallen ist – und er auch nicht –, das weiß ich wohl. Ich kann auch nichts dafür, dass meine Mutter in der Irrenanstalt in Rouffach gestorben ist. Aber es lässt mich einfach nicht los. Im Übrigen weiß ich, dass ich nicht wie die anderen bin.«
 
Das Buch in der Kritik:
 
»Dem elsässischen Autor ist ein großer Wurf gelungen. Kretz erzählt angenehm unprätentiös, und mit teils ironischer Distanz spielt er mit Klischees. Oft gelingt es ihm, historische Sachverhalte und komplexe Entwicklungen in packenden Bildern oder in einem einzigen Satz zu bündeln. Das ist große Kunst.«  Badische Neueste Nachrichten
 
»Der Hüter der verschollenen Seelen: Dass man sich den Schilderungen nicht entziehen kann, liegt nicht nur an der gefühlvollen Herangehensweise durch den etwas schrägen Protagonisten, der eigentlich nur Vertrauen zu sich selbst und seinem Psychotherapeuten hat. Es liegt ganz sicher auch an der direkten Ansprache des Lesers, der miterlebt, wie die verfallene Scheune zusammenkracht und so nachspüren kann, warum ein Keller eine so bedeutende Rolle spielt.« Badisches Tagblatt    
 
»Eine liebevoll erzählte Groteske, ein starkes Stück! Bei allem Schrecken lässt sich das Ganze nicht ohne Humor erzählen, denn zu grotesk ist die ganze Realität. Hinter der Schilderung des Schicksals einzelner Personen und Ereignisse blitzt es vor Schalk und Liebe.« DRS1 »Buchzeichen«
 
»Der Ich-Erzähler entrollt keine fortlaufende Handlung, sondern steigt in ein unablässiges Gespräch ein, das sich an einen anonymen und stummen Zuhörer richtet und die verschiedenen Idiome des Elsass gekonnt einflicht. Der Sprechende führt Figuren der Familie vor, die in die leidvolle Zeitgeschichte verwickelt worden sind, und stellt sich jenen Fragen, welche ihn seit langem beschäftigen. Dass die einen vom Einsatz an der Ostfront verschont blieben, dafür aber sich als Lehrer jenseits des Rheins der Umschulung (›Dummschulung‹) unterziehen mussten, während andere, wie der Vater des Erzählers, als ›incorporés de force‹ in die verhasste Wehrmacht eintraten, lastet noch immer als unbegreiflicher Zufall auf dem Gemüt. Trotz dem dunklen Hintergrund gelingt Pierre Kretz immer wieder eine sanfte Ironie, die den lebendig gestalteten Monolog durchzieht und schon seine Erzählung ›Ich, der kleine Katholik‹ geprägt hat.« NZZ
 
»200 Seiten eines schmalen Bandes genügen dem Autor, das Schicksal eines kauzigen Menschen, den die Wucht der Geschichte unerbittlich trifft, aufrichtig zu erzählen.« Badische Zeitung
 
»Hinter Pierre Kretz` Roman steht eine Tradition, die einst auch im Schweizerdeutschen vorhanden war. Ein profundes Wissen um die Leiden der Menschen, ein verschmitztes Leuchten in den Augen des Autors und ein nicht mehr auszulöschender Humanismus eines Erasmus von Rotterdam, (...)« seniorenweb.ch

Das Buch in der Kritik:

»Der Ich-Erzähler entrollt keine fortlaufende Handlung, sondern steigt in ein unablässiges Gespräch ein, das sich an einen anonymen und stummen Zuhörer richtet und die verschiedenen Idiome des Elsass gekonnt einflicht. Der Sprechende führt Figuren der Familie vor, die in die leidvolle Zeitgeschichte verwickelt worden sind, und stellt sich jenen Fragen, welche ihn seit langem beschäftigen. Dass die einen vom Einsatz an der Ostfront verschont blieben, dafür aber sich als Lehrer jenseits des Rheins der Umschulung (›Dummschulung‹) unterziehen mussten, während andere, wie der Vater des Erzählers, als ›incorporés de force‹ in die verhasste Wehrmacht eintraten, lastet noch immer als unbegreiflicher Zufall auf dem Gemüt. Trotz dem dunklen Hintergrund gelingt Pierre Kretz immer wieder eine sanfte Ironie, die den lebendig gestalteten Monolog durchzieht und schon seine Erzählung ›Ich, der kleine Katholik‹ geprägt hat.« Betrice Eichmann-Leutenegger, NZZ
 
»200 Seiten eines schmalen Bandes genügen dem Autor, das Schicksal eines kauzigen Menschen, den die Wucht der Geschichte unerbittlich trifft, aufrichtig zu erzählen.« Badische Zeitung
 
»Hinter Pierre Krtez` Roman szeht eine Tradition, die einst auch im Schweizerdeutschen vorhanden war. Ein profundes Wissen um die Leiden der Menschen, ein verschmitztes Leuchten in den Augen des Autors und ein nicht mehr auszulöschender Humanismus eines Erasmus von Rotterdam, (...)« seniorenweb.ch

»Auf nichts ist Verlass, nichts ist gerecht, nichts hat Bestand - das raubt dem Seelenhüter den Verstand. Auch wenn er am Schluss als Karikatur dasteht: In seiner Verstörung ist er ein Spiegel für das malträtierte und gar nicht idyllisch-gemütliche Elsass. Ein überzeugend und humorvoll erzähltes Stück Zeitgeschichte.« Schwäbische Zeitung

»Anrührend-aufwühlend!« Neues Deutschland

 




Nachrichten über "Der Seelenhüter":



* Preis inkl. MwSt., innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei.

25. April 2017
Buchpremiere mit Kurt Oesterle im Hölderlinturm

20. April 2017
»Maiwald« im Freitag

14. April 2017
»Der Gott der letzten Tage« in SWR1

13. April 2017
Buchpremiere von »Auf der Walz« mit Karlheinz Kluge

12. April 2017
Die ZEIT rät zu »Hölderlin war nicht verrückt«

Weitere Nachrichten Weitere Nachrichten

Abonnieren Sie unseren Newsletter