Das Buch...

...in der Kritik
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Erntedankfest

Ein Lesebuch. Mit einem Vorwort von Martin Walser

Bruno Epple

2011, 256 Seiten, mit einer CD »Alemannisch vom See«, geb. mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN 978-3-86351-014-5

€ (D) 15,– / (A) 15,50*

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Martin Walser in seinem ausführlichen Vorwort zu diesem Buch hat das Schaffen von Bruno Epple zusammengefasst im treffenden Wort »Das Dasein feiern«. Was er zur Sprache bringe, das werde »zum dichterischen Ereignis«.
Zum Ereignis auch für den Leser.


»Ein Glück, dass es dieses Buch gibt! Was für ein Glück, dass es diesen Dichter gibt! Die Welt kann sich zu ihm gratulieren.« Martin Walser
 
Zu Recht trägt das »best of« von Bruno Epple den Titel »Erntedankfest. Ein Lesebuch«, und dies im ganz ursprünglichen Sinn: Zum achtzigsten Geburtstag aufgelesen und eingebracht, eingefahren als Ernte aus fünf Jahrzehnten hat der Autor ihm wichtige Prosa und Lyrik. Darunter auch Gedichte in seineralemannischen Mundart vom Bodensee, zu hören auf der beigefügten CD und begleitet von einfühlsamen, einmaligen Saxophon-Improvisationen des weltbekannten Musikers und Komponisten Bernd Konrad. Bruno Epple mit seiner Doppelbegabung ist als Maler ein Dichter, als Dichter ein Maler. Was immer er schreibt, ist augenhaft, zugleich sprachfreudig in Wort und Ausdruck, von Rhythmus bewegt, mit Lust am Darstellen und Erzählen. Es sind in diesem Band kleinere, in sich abgeschlossene Stücke. Also nichts von Story mit dramatischer Handlung, sondern Ereignisse, Erfahrungen, Einsichten, vielfach wiedererwecktes Erinnern – so Bruno Epples anrührende Bilder aus seiner Kindheit »Vor allem der See«, so die literarischen Kabinettstücke »Die Gartentür«, »Die Strickerin«, der »Truthahn«, die »Kiesgrube«.
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
 
Kiesgrube
 
Kiesgrube im Licht.
Steilstirnig erhebt sich die Wand.
Aufgebrochener Hügel: Sande fließen hervor,
Steine bröckeln, hageln hangab.
Schichten aus Sand, Streifen aus Kieseln liegen
wie Wellen zuhauf.
Bagger kauen Gestein, schütten es unverdaut
aus, stoßen zu mit Schaufeln, mit Zähnen;
fressen ein Loch in den Grund, grollen dumpf:
Tiere aus Eisen, mit Ölblut.
Mohn am Rand oben feiert plusterleicht-windige
Tage; Rotmohn, sonnentolles Rot, klatschendes
Taumelrot: Flamme und Flaum am Rand.
Lärm in der Grube, Geratter, Gestank: bricht das
Schweigen auf, dringt in des Urmeers Geröll.
Haut sich in Tiefen, reisst Höhen herab; spaltet
Hügel, drischt Grasfell, stürzt den Bestand der
Bäume.
Abends liegen die Hänge nackt: aufgerissen,
bloßgelegt; hell nur von Sonne umfingert.
Dann sacken die Ungetüme in sich: Bagger und
Greifer liegen starr, totstill, steif.
Urweltskelette.
Eine Schnecke, behutsam, zieht des Schweigens
Spur über die Räder.
Stille waltet allum. Die Grube ruht, atmet auf.
Es rieselt herab und rinnt. Steine lösen sich aus
der Sandhaut; aus dem Gefüge schiebt sich ein
Brocken. Eine Wurzel bohrt tiefer, ein Käfer flieht,
ein Wurm gängelt sich ans Licht, ein Flügelschlag –
es bröselt, rieselt, regnet Sand, Kiesel, Gestein.

Das Buch in der Kritik:

»Ereignisse, Erfahrungen, Einsichten, kurzum Epple-Erinnerungen, die die Erzählfreude des Künstlers zum Ausdruck bringen.« Schönes Schwaben
 
»Epple entfaltet eine Sprachmagie, einen Zauber dieser Welt, der anrührt. Es sind lauter kleine poetische Erntefeiern. Ein Hymnus an das Leben, eine Dank-Andacht an das Dasein.« Literaturkritik.de
 
»Was Bruno Epple auch in den Sinn kommt, er folgt immer seinem gesunden Menschenverstand, lässt bescheidene Zurückhaltung walten, milde Abgeklärtheit, gelassene Heiterkeit, ehrlichen Ernst. Und er offenbart nicht zuletzt eine traumwandlerische Freude am Schönen, die aber den Blick für die Schrunden des Lebens nicht verstellt.« Schwäbische Zeitung 
 
»Bruno Epple feiert in seinem zum 80. Geburtstag erschienen Buch das Leben in all seinen Farben und Geschmäckern.« St. Galler Tagblatt 
 
»Das Lob der Schöpfung: Andacht spricht aus den Versen eines Dichters, der zur Hingage des frommen Aufklärers taugt, dem Ordnung vonnöten, Subjektivismus verdächtig bleibt. (...) Ethik und Ästhetik werden bei diesem Künstler eins. (...) Der Malerpoet, der seinen Sitz im Abseits des Zeiteists hat: am Bodensee, im Paradies, wahrt Distanz. Er weiß, dass man aus dem Paradies auch vertrieben werden kann.« Michael Zimmermann, Badische Zeitung
 
»Anrührende Bilder hinterlässt Epple mit seinen literarischen Notizen aus der Kindheit.« Thurgauer Zeitung
 
»Wahre Musterstücke einer leisen, dem Kleinen und Unscheinbaren zugetanen, kammermusikalisch-intimen Prosa, beeindruckend durch ihre franziskanische Einfachheit und schlichte Genauigkeit. (...) Für Epple geht es um Teilhabe an der ganzen Fülle des Menschlichen, wie es sich durch die Zeiten, Kulturen und Lebensformen bis heute aufgetürmt hat. Einer solchen Haltung ist der See mit seinem geistigen Erbe, seinen spirituellen Bindekräften, seinen wirkmächtigen Überlieferungen noch immer günstig gewesen. Sie hat Epple aufgegriffen, in einem reichen und vielfältigen Werk weitergeführt und reichlich verzinst. Was immer Epple von sich gibt, schickt er auf dem Umweg über Herz und Gemüt in die Welt. Immer hat, was aus seinem Munde kommt, was ihm aus Pinsel und Feder fließt, das Zeug, uns das Herz zurechtzurücken. Daher auch das Tröstliche und Tröstende in seinem Werk.« Manfred Bosch, Badische Zeitung


Nachrichten über "Erntedankfest":



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