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Bildschirmverstörung

Meine Südfunkgeschichten

Manfred Naegele

2011, 224 Seiten, geb. m. Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-008-4

€ (D) 18,90 / (A) 19,50 *

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Mit einem Vorwort von Ulrich Kienzle.
Von Mario Adorf bis Zino Davidoff:
Manfred Naegele hat wahrlich viel zu erzählen …

»Das war eine aufregende Zeit: Woodstock, ‚68 – und dann auch noch Manfred Naegele! Auf einem Fest in Tübingen habe ich ihn kennen gelernt: ein frischgebackener Jurist, ein Touch Marty Feldman, noch überhaupt keine Ahnung vom Fernsehen – und aber dann ...« Ulrich Kienzle
 
 
Ein paar Zeilen an die Leser:
 
Aus meinen gut dreißig Fernsehjahren beim Südfunk in Stuttgart möchte ich mein aufregendes und ziemlich persönliches Kapitel Film- und Mediengeschichte erzählen. Diese Zeit vom erst freien Mitarbeiter bis zum verantwortlichen Leiter von »Kultur und Gesellschaft« ist mir in wahrlich nachhaltiger, stellenweise auch schmerzlicher Erinnerung geblieben. Viele zeitgeschichtliche Ereignisse wie die Berichte über den Stammheim-Prozess, viele Begegnungen mit »ganz eigenen« Menschen, mit »eingebildeten« und aber auch wahren Persönlichkeiten, vor und hinter der Kamera, sind der Stoff zahlreicher Anekdoten: Ein Abendessen mit gleich zwei Misses World genoss ich auf Island, und ich verbrachte – nicht wie Sie meinen – eine richtig ganze Nacht mit der wirklich beeindruckenden Edelhure »Domenica« auf St. Paulis Herbertstraße, ich »adopierte« den Zigarrenkönig Zino Davidoff, düpierte den Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki (der mir prompt die Absolution verweigerte) und »stiftete« dafür aber die Ehe von Frau und Herrn Dürrenmatt undundund …
 
Wohl bekamen der Südfunk und ich miteinander ab und an Lob und gar einige Fernsehpreise, aber es gab »wegen Nonkonformismus« auch heftige Beschwerden und wahre (schwäbische) Publikumsverrisse: »So einen wie Sie, Naegele, so einen sollte man mit einem Putzlappen ganz langsam totschlagen.«
 
Tempi passati: Manches war besser, manches war schlechter. Aber hier sind sie nun: meine Erinnerungen an die abgelaufene Fernsehzeit, als die Einschaltquote noch keine Kategorie, kein Maßstab war …
 
Manfred Naegele
 
 
»Wer diese immer interessanten, bunten, oft krassen Erinnerungen des Fernsehjournalisten Manfred Naegele liest, darf staunen: Was bei den Dreharbeiten weltweit passierte, muss viel spannender gewesen sein als das, was nachher auf den Bildschirm kam. Der Film als gepflegte Totenmaske einer im Buch sehr lebendigen Wirklichkeit.« Martin Walser

Das Buch in der Kritik:

»Dreißig Jahre TV-Geschichte hat Manfred Naegele beim SDR miterlebt, in einer Zeit, als die Einschaltquote noch nicht das Maß alle Dinge war und auch Querköpfer eine Chance hatten.« Stuttgarter Zeitung
 
»Das Stuttgarter Südfunker-Urgestein Manfred Naegele legt eine Art Memoiren vor, ein Erinnerungsbändchen, das
er ›Bildschirmverstörung‹ nennt. Der gelernte Bezirksnotar Naegele war mit 30 Jahren eigentlich ein Späteinsteiger ins Rundfunk-Metier, hat aber immer noch genug erlebt, um es nun gebührlich und auch genüsslich auszubreiten. Ein brillanter Schreiber ist Naegele kaum, da drückt der Notar immer wieder durch. Und doch: Die ›Südfunkgeschichten‹ sind lesenswert!« Schwäbisches Tagblatt
 
»Mitunter wehmütig, immer humorvoll muten diese Erinnerungen an, wenn Naegele erzählt, in Anekdoten, mit Spannungskurven und dicht aufeinanderfolgenden Pointen, eloquent und lebendig. Dabei bleibt es freilich nicht bei Geschichten aus seiner Arbeitswelt. Sein stetiger Blick reicht über den Tellerrand und die geistreiche Kommentation als Zeitzeuge zur Zeitgeschichte der 70er und 80er Jahre. So plaudert er von Gerichtsverhandlungen der RAF-Gefangenen in Stammheim, von Ex-Schauspieldirektor Claus Peymann und Ex-Oberbürgermeister Manfred Rommel. Von der documenta 6, Josef Beuys sowie anderen Ereignissen. Fabuliert über Marcel Reich-Ranicki und Martin Walser, nennt Namen, Orte und Ereignisse, dass es eine wahre Freude ist, darin zu stöbern und Altbekanntes wie Neues ausfindig zu machen. So ist die ›Bildschirmverstörung‹ des ehemaligen Lieferanten und Programmgestalters von Bildschirmbeiträgen ein extrem kurzweiligies und spannendes Lesevergnügen - nicht nur für Insider der Szene.« SuR
 
»Naegele erzählt seine Anekdoten mit schelmischem, elegantem Unterton. Das ist präzise Unterhaltung voller Zeitgeschichte. Schon das Buchcover ist ein Zeitgemälde über eine Ära, in der Staatsfernsehen nicht nur monopolitisch, sondern auch originell und wichtig war. Naegeles Notizen verdichten zu einer Hommage an eine Zeit, als man Fernsehfilme mit Herzblut und Tesafilm machte. Als Journalisten der Kampf um die Pressefreiheit wichtiger erschien als das Schielen auf Resonanz. Die Einschaltquote hatte man noch nicht erfunden und Privatfernsehen war Kirmes. Man muss kein Insider sein, um sich auf Naegeles Fernsehbiografie einzulassen. Im Gegenteil. Angesichts der herrschenden Medienmacht ist der Blick in die Vergangenheit auch für jene lehrreich und lustig, die glauben, Fernsehen sei am Computer erfunden worden.« Joe Bauer, Stuttgarter Nachrichten
 
»Ein Stück Zeitgeschichte. Kösltich, amüsant und überhaupt nicht insiderhaft.« SWR, Landesschau
 
»Ein amüsanter Blick zurück. Erfrischenderweise schließt Naegeles klarer, gelassener Blick auch die Fähigkeit zur Selbstironie mit ein. Die Geschichten sind ohnehin naturgemäß sehr persönlich geprägt. Vieles ist witzig (ein Lausbubenstreich auf der documenta), anderes schmerzlich (der Tod seines Sohnes). Ein Kapitel ist schwer romantisch (wie er sich in seine Frau verliebt hat), ein weiteres eher befremdlich: Die Angewohntheit, die Post nicht zu öffnen, führte zu regelmäßigen Besuchen eines Gerichtsvollziehers. ›Ich war wohl ein bisschen freakig‹, entschuldigt der alte den jungen Naegele.« Südkurier


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