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An Schlaf war nicht zu denken

Roman

Karin Kersten

2011, 272 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-003-9

€ (D) 21,50 / (A) 22,10*

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Eine skurril-gewitzte Geschichte vom Verlieren, Suchen und Wiederfinden.

Platz 1 der SWR-Bestenliste im April 2011
 
Selbstverständlich ist Suchen das täglich Brot einer Agentur für Recherchen wie »Sphinx«. Mit Routine hat der neue Auftrag dennoch nichts zu tun. Dafür sorgt allein schon die Tatsache, dass das Suchobjekt eine Mutter ist und auch nicht irgendeine, sondern immerhin die Mutter Albert Chandelliers, der der beste Freund der Chefin Oda Lieberos ist.
 
Und außerdem – trifft dieser so dringlich herbeigesehnte Auftrag nicht auf ein Häuflein Rechercheure, die bereits ein bisschen gerupft aus der langen Auftragsflaute hervorgegangen sind, wie Oda Lieberos bei der ersten Aufgabenbesprechung feststellen muss? Ist sie nicht selbst ein bisschen gerupft? Treten diese Individuen aus dem Wartestand, der die routiniert geübte Camouflage der drei Hauptfiguren bereits erheblich angekratzt hat, nicht unversehens in den Ausnahmezustand, der, reich an Schocks, gegen die Suchenden selber schlägt?
 
»Erst gar keine Ereignissse, jetzt nur noch Ereignisse«, sagt Lotte Matern, die rechte Hand der Chefin, nach einigen aufreibenden Tagen und Nächten, und der fuchsschlaue Leo Bonte, binnen Minuten von der Katze zur Maus befördert, ist am Ende gekennzeichnet nicht nur durch ein Veilchen. Oda Lieberos wiederum, Altphilologin, Schauspielerin, Altenpflegerin und langjährige Prinzipalin des Lübecker Taschentheaters, die die ererbte Agentur gewöhnlich souverän zusammenhält, muss im Verlauf der leidenschaftlichen Suche zusätzliche Verstandeskräfte mobilisieren, um nicht ihr eigenes Leben allzu radikal zu entrümpeln. Lotte Matern aber, die am Ende gar nicht mehr weiß, was Suchen ist und was Finden, erlebt mit schmerzlichem Erstaunen die Geburt des eigenen Denkens »aus schierer Lebensnotwendigkeit«.
 
Ein Auftrag also, der alle in seinen Bann schlägt.
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Leo Bonte«, hatte er sich gleich am nächsten Tag vorgestellt. »Von Bonte Bau im Gardeschützenweg.«“

»Aha«“, hatte Oda Lieberos gesagt. »Dort hat es mich leider noch nicht hinverschlagen. Würden Sie mich aufklären, bitte?«

»Die Baufirma, dritte Generation im Familienbesitz. Doch mit mir endet die Jubelarie. Ich habe nicht die Absicht, mich fortzupflanzen.«

»Das ist weise, mein Junge. Man kann manches einfach nicht erzwingen. Wenn einer nicht kann, dann kann er nicht.«

»Dass ich nicht kann, habe ich nicht gesagt. Ich will nicht.«

»Sie werden sehen, daß das irgendwann auf dasselbe hinausläuft. Irgendwann verwischen sich die Modalitäten. Nun, was wollen Sie denn dann, oder anders gefragt: Was können Sie denn, so daß Sie mir unentbehrlich werden?«

»Ich beobachte gern«, hatte er scheinheilig gesagt. »Da müßte ich hier doch genau richtig sein.«

Was für ein Früchtchen, hatte sie gedacht, ob wir den dauerhaft auf die Menschheit loslassen können, ist doch sehr die Frage.

Das Buch in der Kritik:

»Um ein Detektivbüro kreist die Handlung wohl nur deshalb, weil kein anderes Unternehmen ein derart perfektes Bühnenbild für die beiden Themen des Buches abgegeben hätte: die große Flucht und ihr Gegenstück - die große Suche. Es ist Karin Kerstens Leistung, dass sie ganz ohne große Geste erzählt, sondern in einem Ton, in dem lakonische Heiterkeit, eine Ahnung des Scheiterns und der Wille, das Innenleben der Romanfiguren ernst, aber auch nicht zu ernst zu nehmen, mitschwingen - als wäre das ganze Unglück des Lebens nicht viel mehr als ein gemeiner Witz. Ist es ja auch.« Sebastian Hammelehle, Spiegel online
 
»Erstaunlich, wie selbstverständlich frisch diese Autorin schreibt. Karin Kersten wurde zwar schon hochgelobt, doch sie entzieht sich auf charmante Art dem Mainstream. Diese gewitzte Geschichte vom Verlieren, Suchen und Finden zeigt, wie leicht Literatur sein kann, die weit mehr als beiläufig ist.« »52 beste Bücher«, drs2 
 
»Ein äußerlich ins Gewand einer Detektivgeschichte gekleideter, sprachlich ansprechender Roman über Suchen, Verschwinden und (sich selbst) Finden, in dem sich ein Großteil der Handlung im Innenleben der Figuren abspielt.« ekz
 
»Vom Suchen der alten Frau zum Finden des eigenen Weges, das erzählt Karin Kersten mit sanftem Humor und viel Feingefühl für das Seelenleben ihrer Helden. Und das in einer eleganten Sprache, die mehr als nur Hauptsätze kennt. Platz ein der SWR-Bestenliste ist durchaus verdient!« Heilbronner Stimme
 
»Eine intelligente und etwas verschrobene Geschichte über das (Sich-)Verlieren und (Sich-)Wiederfinden. Und eine zauberhafte Hommage an die Freundschaft alter Damen.« Tagblatt Anzeiger
 
»Eine Studie über das Beobachten, geschrieben von einer genauen Beobachterin. Es ist eine Suche nach sich selbst - im Spiegelbild der anderen. ›Wir befragen keine Zeugen‹, sagt Oda, ›wir unterhalten uns nett mit unseren Zeitgenossen.‹ Karin Kersten unterhält sich mit unseren Zeitgenossen und mit uns: Über die Haltbarkeit der Liebe. Über die Verlässlichkeit von Erinnerungen. Über das Alter und das Verwelken von Gefühlen. Sie tut es ohne Bleischwere und mit viel Ironie. Und schnell verliert ein gebrochener Schuh-Absatz seine Banalität - und wird zu einem memento mori. War ihr zweiter Roman, ›Hohe Tannen‹, ein ›Buch für Freunde‹, so ist Karin Kerstens dritter ein Buch für Verwandte. Beim Gang zu den Müttern werden wir auch mit Tanten bekannt gemacht - und mit Großeltern. So ist ein Roman entstanden, der neben dem Grundwissen über die Kunst des Einschlafens auch Heiterkeit verbreitet. Aber an Langweile war bei der Lektüre nicht zu denken.« NDR Kultur
 
»›An Schlaf war nicht zu denken‹ ist ein bewegender Roman über das Alleinsein in einer Welt, welche den Einzelnen täglich mit Tausenden von Signalen überflutet, die den Kernbereich seiner Angst allerdings nicht zu treffen vermögen. Eine Studie über die Einsamkeit in der modernen Gesellschaft. Jede von Karin Kerstens Figuren bewegt sich in Deutschlands größter Stadt und Metropole unter Millionen Menschen - und findet doch kaum den Weg zu einem einzigen von ihnen. Doch allen ist bewusst, dass sich an dieser Situation etwas ändern muss. Und so ist man auf der Suche nicht nur nach den offiziell Vermissten, sondern vor allem nach sich selbst. Die Autorin dieses Romans freilich hat ihren Weg längst gefunden und beschreitet ihn munter, humorvoll und mit viel Wärme und Sympathie für alle ihre Figuren.« Dietmar Jacobsen, Literaturkritik.de 
 
»Ganz wie Büchner  erzählt die Autorin von Sein und Schein, von den Absurditäten und Attrapen der Bürokratie und der Identität, von den Täuschungen und Enttäuschungen der Liebe und des Beobachtens, und zwar auf eine im besten Sinne komische, so merkwürdige wie skurille Art und Weise.« Stuttgarter Zeitung


Nachrichten über "An Schlaf war nicht zu denken":



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