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Zielinski

Roman

Nina Jäckle

2011, 186 Seiten, geb. mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN 978-3-86351-002-2

€ (D) 18,90 / (A) 19,50*

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Eine rasante Reise durch die innere Logik eines Menschen.

Nominiert für die Hotlist 2011 der Unabhängigen Verlage
 
Es ist Zielinski, der da aus dem Nichts heraus Einzug in die Wohnung eines allein lebenden Mannes hält. Zielinski, der gepflegte, höfliche Fremde, lebt fortan in einer mit blauem Samt ausgeschlagenen Holzkiste, im größten Zimmer des erzählenden Protagonisten. Es riecht nach Holz. Riecht es wirklich nach Holz? Zielinskis Stimme ist schön. Spricht Zielinski wirklich? Dieser Roman stellt auf eine raffinierte, absurd witzige und mitreißende Weise dar, wie Phantasien und Systeme greifen, wie es funktioniert, sich selbst voll und ganz in eine verheerende Idee zu verstricken, sich sogar in sie zu verlieben. »Zielinski« ist die Geschichte einer sich obsessiv-wahnhaft steigernden Selbstentfremdung, dargestellt auf eine solch eindringliche und logische Weise, dass man als Leser schwerlich noch in Begrifflichkeiten wie »falsch und richtig« oder »gut und böse« mit- oder dagegendenken kann. Nahezu unbemerkt von seinem sozialen Umfeld zieht sich ein Mensch Schritt für Schritt zurück, er kippt aus dem alltäglichen Leben.

Dieser Roman ist ein poetischer Seelenkrimi, ein sich immer enger schnürender und ein immer schneller drehender Erzähl- und Mahlstrom. Eine virtuose, radikale Verschiebung des Seins, der Wahrnehmung.

Nina Jäckle versteht es, mit sparsam eingesetzten Kunstmitteln und der ihr eigenen eindringlichen und sensiblen Sprachführung, den Protagonisten einer bis zum Erschrecken folgerichtigen Entwicklung auszusetzen, ganz so, dass einem beim Lesen schier der Atem stockt. Und sie führt beispielhaft vor, dass es nur einer kleinen, außerordentlichen Setzung bedarf, um aus der Welt des Vermittelbaren hinauszufallen, inmitten einer individualisierten Gesellschaft, die für den Einzelnen keine Augen mehr hat
 
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Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Männer standen im Treppenhaus. Einer von ihnen gab mir einen Brief,
er nickte den anderen zu, sie trugen große Mengen Holz an mir vorüber,
in meine Wohnung hinein. In mein größtes Zimmer brachten sie das Holz,
und mehr und noch mehr davon. Sie arbeiteten schnell, nicht hastig,
sie trugen alle die gleiche Kleidung, blaue Hosen, weiße Hemden,
sie rochen nicht nach Schweiß.
Die Männer blieben lange in meinem größten Zimmer, sie hielten die Tür
geschlossen, ich hörte sie im Innern des Zimmers hämmern und sägen,
fluchen und lachen. Sie blieben drei Tage und drei Nächte,
dann war es still in meiner Wohnung.«
 
»Ich sollte meine Schwester bitten, nach mir zu sehen.
Gedanken sind gefährlich. Sie graben sich Gänge,
viele Gänge, in denen man sich aufhalten kann,
ohne mehr das Gesamtgebilde zu erfassen.
Immer mehr Gänge bilden sich in in mir. Ich sollte
Fieber messen. Ich behalte die Tür im Auge. Es ist
ruhig, als sei nichts. Man gewöhnt sich an alles,
dauert es nur lange genug an. Ich habe kein Bedürfnis
danach, jemanden zu sehen, mir von jemandem helfen
zu lassen. Ich fürchte mich nicht davor, unberührt zu
leben. Ich habe keine Bedürfnisse.
Dies ist einer der Gedanken, die gefährlich sind,
ich habe keine Bedürfnisse. Und so sitzt du auf einem
Stuhl, du hörst dich atmen, das ist alles. Landschaft hast du vergessen.«

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Das Buch in der Kritik:

»Ein Mann wird ver-rückt. Rückt raus aus dem richtigen Leben, sieht Menschen, die andere nicht sehen, hört Stimmen, die andere nicht hören. Was ist richtig, was ist falsch? Am Ende des Buches weiß man es selbst nicht mehr. Eine irre, beklemmende Geschichte, die einen lange nicht loslässt.« »Buch der Woche« im wdr5-Literaturmagazin »Bücher« von Christine Westermann
»Nina Jäckles Roman ist das Protokoll einer radikalen Selbstentfremdung: Ein Mann geht der Welt und sich selbst verloren. (...) Jäckle findet eine ganz eigene, absolut klare und kühle Sprache für Schochs fixe Ideen. Mit lakonischer Gelassenheit und Anflügen kafkaesken Humors baut sie ein Gefängnis der Wörter, aus dem es kein Entrinnen gibt. Schoch sitzt wie die Spinne im Netz seines eigenen Wahns, frei von Selbstmitleid wie Hoffnung, aber auch unfähig, von außen auf sein Leben zu blicken. Für Jäckle heißt schreiben, hermetisch geschlossene Kisten zu bauen, und mit ihren rhythmisch strukturierten Wiederholungen und manischen Endlosschleifen erzeugt sie auch beim Leser ein klaustrophobisches Gefühl. (...) Zielinski, das gilt es festzuhalten, ist Konzeptliteratur, eine Veransuchsanordnung von einem Leben am Nullpunkt.« Martin Halter, FAZ
»Wer in literarischen Texten gerne realistische Haltepunkte um sich hat, wird sich bei der Lektüre von Nina Jäckles neuem Roman anfangs solche Fragen stellen und auf Aufklärung durch die Autorin hoffen. Vergeblich, denn wie schon in ihren früheren Büchern liebt es Nina Jäckle, absurde Konstellationen zu errichten und die vermeintlich so festgezogene Grenzlinien zwischen innen und außen spielerisch verschwimmen zu lassen. Stilistisch agiert Nina Jäckle mit beeindruckender Sicherheit; ihre knappen Sätze sind makellos und steigern die Lust, sich auf das Prosaspiel einzulassen.« Rainer Moritz, NZZ

»Nina Jäckle hat sich mit dem Roman ›Zielinski‹ sehr viel vorgenommen und wählt ein Thema, bei dem einem unweigerlich Franz Kafka, Dino Buzzati und Juan Carlos Onetti in den Sinn kommen. Durch die Erzählperspektive lässt sie den Leser direkt teilhaben an den wahnhaften Verstrickungen ihres Helden.« Maike Albath, Süddeutsche Zeitung
 
»Eine ganz außergewöhnliche Art des Psychothrillers. ›Zielinski‹ ist eine unzimperliche und kluge Darstellung eines psychischen Sonderzustandes, den manch einer schon im Kleinen kennengelernt hat: Es gibt Gedanken, die man nicht denken will, die sich aber aufdrängen und sich nicht bannen oder bändigen lassen. Schoch kann die Vorstellung Zielinski nicht ausblenden, bis sie das Steuer von Schochs Lebensschiff übernimmt und sein Leben zu bestimmen beginnt.‹ Tania Kummer, drs3 »Buchtipp«
 
»Zweierlei fiel schon an früheren Romanen von Nina Jäckle auf: wie die Autorin in die Welt einer von ihr errichteten, absurden Personenkonstellation eintaucht und wie sie die fast vollkommene Identifikation mit den zentralen Figuren literarisch meistert, in einer Sprache, die zu ihrem Markenzeichen geworden ist - knapp, unumwunden, manchmal kryptisch in ihrer hermetischen Reduktion. Im neuen Roman dreht sie die Schraube noch um einiges weiter.« Cornelia Staudacher, Stuttgarter Zeitung
 
»Das andere Ego aus der Kiste: In Jäckles klarer, unsentimentaler Sprache entsteht ein Gedankenkonstrukt, in dem Handlungen, die gemeinhin als verrückt gelten, plötzlich verständlich erscheinen. Jäckle denunziert weder den Protagonisten noch bagatellisiert sie seine Krankheit. Als Leser beginnt man vielmehr, nach den eigenen Ticks zu fragen, wie, summend auf und ab zu gehen oder still vor sich hin zu zählen. Auf schauderhafte Weise wird deutlich, wie gering der Abstand zwischen harmloser Macke und handfestem Wahnsinn ist.« Berliner Zeitung
»Anatomie einer Selbstentfremdung? Nina Jäckles Roman »Zielinski« ist die gelungene Beschreibung eines Zerfalls. Dass die Autorin auf künstlich aufgesetzte ›Thriller‹-Elemente zu Gunsten der Erzählung (und letztlich dem ›Wohl‹ der Hauptfigur) verzichtet, kann ihr nicht hoch genug angerechnet werden. Sie widersteht auch der Versuchung ins Skurrile abzudriften oder beispielweise über die Bestrafungsszenen sexuelle Konnotationen möglich zu machen. Gängige Deutungsmuster funktionieren hier nicht. ›Zielinski‹ ist keinesfalls so harmlos, wie es zunächst scheint. Es ist ein Buch für Freunde des sanften, des nachhaltigen Schauderns.« Glanz & Elend

»Nina Jäckle hat mit ›Zielinski‹ eine jener Geschichten geschrieben, die auf dem schmalen Grat zwischen Krankheit und Metapher balancieren. Die Verschiebung und Verrückung der Realität ist bei ihr beides: pathologisches und poetisches Symptom. Sie verrät ihre Figur nicht an die Psychologie, sie klebt ihr kein Etikett auf – sie nimmt Schoch ernst, auch und vor allem, indem sie ihm eine eigene Sprache verleiht. Es ist eine Sprache der Selbstvergewisserung, parataktisch, behauptend, so wie man Nägel einschlägt. So spricht einer, dem die Selbstverständlichkeiten verloren gegangen sind, dem das Alltägliche fremd geworden ist. Immerzu kreisen Schochs Sätze, seine Gedanken, um die selben Dinge, und da er sich an ihnen festhalten muss, ist keine Zeit, sie auszuschmücken. Die lakonische Härte, die darin liegt, mildert Nina Jäckle durch sanfte Komik. Das Inventar von Schochs Welt strahlt noch in seiner Reduziertheit eine Wärme ab, die wie aus der Kindheit übrig geblieben scheint.« Diwan, BR2

»Nina Jäckle steigert sich von Buch zu Buch. Hier erzählt sie von einem Mann, dessen Zustand man mit Begriffen wie Depression oder Sozialphobie umschreiben könnte. Doch geht es nicht um eine Kategorisierung, im Blickpunkt steht die psychische Entwicklung eines Mannes, der aus dem konventionellen Leben gefallen ist und unterzugehen droht. Jäckle findet dafür eine präzise Sprache, immer nah an ihrem Protagonisten, seinem Unvermögen, am Alltag teilzuhaben, seinem Staunen über die Geschehnisse, seinen Versuchen, Unverständliches in Worte zu fassen. Herausragende deutsche Literatur!« ekz
 

»Wieder schreibt Nina Jäckle sehr dicht, macht den Text zu einem Konzentrat, das sich an manchen Stellen beinahe wie ein Gedicht liest. Und wieder ist ihre Literatur ein Hineinwühlen in Seelenzustände, doch ohne zwanghaft zu belehren oder zu erklären. Der Text ist viel geschickter, ist ein subtiles, dezent mit Sarkasmus gewürztes Spiel, das den Leser wie nebenbei und doch gezielt zur Selbstbefragung lenkt. Zur Auseinandersetzung auch über die Wahrnehmung von Normalität und Wahnsinn.« Märkische Oderzeitung
 
»In kurzen, sehr poetischen und aussagekräftigen Absätzen beschreibt Jäckle den gesundheitlichen und körperlichen Verfall eines Menschen. Bis zu einem Ende, das den Leser überrascht und vielleicht auch wohlwollend stimmt. ›Zielinski‹” ist ein philosophischer Krimi, eine Menschen- und Krankheitsstudie, eine dunkle und herzzerreißende Geschichte. Poetische und stilvolle Wendungen sind wichtige Merkmale der Sprache der Autorin. Das ist eine Sprache, die berührt, streichelt – oder einen mit Wucht auf die Stirn schlägt.« bibliophilin.de
 
»Ein lesenswerter, weil poetischer Roman einer fantastischen und faszinierenden ›Welt ganz eigener Logik‹.« Heilbronner Stimme
 
»Nina Jäckles Zielininski ist mehr als ein Seelendrama, in dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zerfließen. Die Parabel eines scheiternden Lebens ist zugleich die Pathografie der (post)moderenen Gesellschaft, an der es zerbricht. Nina Jäckle ist mit diesem Roman ein Meisterwerk gelungen, ganz gewiss eine intellekturelle Herausforderung: literarisch, psychologisch, philosophisch, politisch herausragend. Beunruhigend dünn ist die Scheidewand zwischen nervlicher überreichung und seelischer Erkrankung.« Südwest Presse
 

»Das Faszinosum dieses Buchs besteht darin, dass es konsequent aus der Innensicht erzählt wird, dass der Leser zu keinem Zeitpunkt mehr weiß als der Protagonist. Dass ihm alles logisch erscheinen muss. Dass er selbst an seinem Verstand zu zweifeln beginnen muss, dass er selbst immer dringlicher auf Klärung, auf Gewissheit, auf Rettung, auf ein Ende, irgendein Ende wartet. Der Autorin gelingt es, eine enorme erzählerische und sprachliche Dichte zu schaffen und gleichzeitig verblüffend wenig zu verraten, ihre Akteure gleichsam schwerelos schwebend im Nichts - nirgendwo vielleicht oder gleich nebenan oder gar im eigenen Ich - anzusiedeln. Was sie ihren Ich-Erzähler sagen lässt, ist ebenso erschreckend unpersönlich wie prägnant und schmerzlich. Nicht zuletzt nimmt sie den Leser durch ihre Sprache gefangen, die prickelnd und kühl ist wie Nadelstiche und so präzise wie ein chirurgisches Instrument. 185 Seiten, die man ohne Pause und wie in einem Sog lesen wird.« Münchner Merkur

 
»Die Autorin macht sich auf in das Innere eines Menschen, der nicht mehr mit dem Außen verhaftet ist. Ein poetischer Roman über radikale Zustände des Seins und einen Mann, der in einer Holzkiste lebt.« avia.de
 
»Nina Jäckles ›Zielinski‹ ist mehr als ein Seelendrama, in dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zerfließen. Die Parabel eines scheiternden Lebens ist zugleich die Pathographie der (post)modernen Gesellschaft, an der es zerbricht. (...)In der Gegenwartsliteratur wird nicht selten das politische Buch vermisst. Hier ist es, nur nicht oberflächlich als solches zu erkennen. Nina Jäckle inszeniert in ›Zielinski‹ die dringende Forderung, fragwürdige Zustände nicht andauern zu lassen, weil man sich sonst an eben diese gewöhnt, widerstandslos.« Südkurier
 
»Schochs Krankheit ist ein Mahlstrom. In kurzen, präzisen (Ab-)Sätzen beständig um sich kreisend, wird er unerbittlich in den Abgrund getrieben. Bei aller Kühle ist es Nina Jäckles Kunst, auch Momente der Komik und Spannung in diese solipsistische Talfahrt zu bringen. Zugleich bleibt das Unbestimmbare jedoch die bestimmende Konstante des Romans. Das wahre Abenteuer ist und bleibt im Kopf.« Der Standard

 
»So nah an die tiefe Verunsicherung eines Kafka-Romans kommt kaum ein Buch: Nina Jäckle erzählt die Geschichte eines schrittweisen Ich-Verlustes.« Dresdner Neueste Nachrichten
 
»Jäckles Roman ist ein psychologischer Krimi, der erschüttert. Beeindruckend verdeutlicht er, wie leicht Einsamkeit und seelische Labilität dazu führen können, dass jemand den Kontakt zur Realität verliert, arbeitslos wird, mit der Miete in Rückstand gerät. Die Kontrolle verliert, sich in Selbstgespräche flüchtet. Wenn man mit niemandem spräche, erzeugten die nicht gesprochenen Worte ein Chaos im Kopf, erkennt Herr Schoch. Für ihn sind wir alle nichts weiter als ›kleine Ausgeburten der Dummheit, wohnhaft in unseren Kisten‹. Nina Jäckle ist es auf erstaunliche Weise gelungen, einen Blick in eine dieser Kisten zu werfen. Was man dort sieht, wirkt noch lange nach.« litrix.de 
 
»Nina Jäckle setzt Leser in rhythmisierte, gedankenvolle Räume ohne Wegweiser. Belohnt werden sie dort mit feiner Situationskomik.« Wiener Zeitung 



Nachrichten über "Zielinski":



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