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Fallwind

Vom Absturz des Albrecht Ludwig Berblinger. Roman

Johannes Schweikle

2011, 188 Seiten und 1 s/w-Abb., geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-004-6

€ (D) 10,– (Ladenpreis aufgehoben)*

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Der Schneider von Ulm: eine literarische Verteidigung. Am 31. Mai 1811 stürzte er ab. 200 Jahre später ist seine Ehrenrettung längst überfällig.

Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm: eine literarische Verteidigung
 
 
Am 31. Mai 1811 stürzte der »Schneider von Ulm« in die Donau. Zum 200. Jahrestag macht sich der Hamburger Autor Johannes Schweikle an seine Ehrenrettung. Mit dem Roman "Fallwind" unternimmt er die literarische Verteidigung des verkannten Flugpioniers.
 
Albrecht Ludwig Berblinger wagte etwas unerhört Neues. Als die Eisenbahn noch nicht erfunden war, als die Welt noch nicht einmal das Fahrrad kannte, baute er einen Flugapparat. Mit diesem gelangen ihm an einem Hügel hinter Ulm die ersten Gleitflüge. Doch als er an jenem 31. Mai des Jahres 1811 seine Sensation der Öffentlichkeit vorführte, stürzte er ab. Körperlich überlebte Berblinger den Absturz zwar, aber seine bürgerliche Existenz war ruiniert. Der Pionier ertrank im Spott und wurde zur Witzfigur: »Dr Schneider aus Ulm hots Fliega probiert, do hot en dr Deifl en’d Donau neigführt.«

Warum aber hat das Publikum so gnadenlos reagiert? Warum wertete es die Courage des Schneiders als Überheblichkeit? Die fiktive Biographie von Johannes Schweikle unternimmt eine glaubwürdige Zeitreise in die Welt des Albrecht Ludwig Berblinger. Sie erzählt, wie sich der Tüftler an eine Menschheitsutopie wagte. Sie ergründet und führt vor, was passiert, wenn ein Visionär scheitert. Und sie zeigt das hässliche Gesicht der Schadenfreude.

Johannes Schweikle gelingt mit seinem unaufgeregten Debütroman ein faszinierendes Plädoyer für einen Verkannten. Er unternimmt die anrührende und überzeugende Ehrenrettung eines vermeintlichen Versagers. Eines Mannes, der sein Leben nicht träumte, sondern der seinen Traum lebte.

»Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm, war alles andere als ein Phantast und Großsprecher. Er war in der Tat der Flugpionier Nr. 1.« Die Zeit
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Schaffst du es bis zum anderen Ufer?«
»Ich hoff’s. Schließlich bin ich schon Strecken geflogen,
die waren zehnmal so lang.« »Und wenn’s morgen wieder nicht geht?«
Albrecht Berblinger drehte beide Handflächen nach oben. Das hatte er nicht im Griff.
Um seine Frau zu beruhigen, erklärte er ihr die letzte These seiner Theorie von der Luft.
Diese bestehe aus Schichten. Deren Grenzen könne man nicht sehen.
Aber unter jedem Loch käme irgendwann wieder eine Schicht aus starker Luft.
Die fange den Flieger auf. Anna Berblinger seufzte, und ihre braungrünen Augen flackerten.
»Einen Absturz werden sie dir nie verzeihen!«
                                                                               Anna Berblinger, seine Frau
 
 
»Wehe, wenn ein Träumer scheitert. Das verzeihen ihm die Mutlosen nicht. Aus dem Schneider
haben sie einen Spinner gemacht. Hinter seinem Absturz konnten sie bequem alles verstecken,
was im eigenen Leben schiefgegangen ist. Seine Frau, die ihren Mann immer vorangeschickt hat,
wenn’s schwierig wurde, hat gesagt, sie wolle ihn nicht mehr. Grad so, als ob er sie betrogen hätte.
Die Kundschaft blieb von heute auf morgen weg. Ich hab dem Albrecht dann zugesprochen, als Regimentsschneider zu den Soldaten zu gehen. Erst war er bei den leichten Reitern, dann ist er mit
Napoleon nach Russland gezogen. Da war er aus der Schusslinie.«
 
                                                                              Max Schad, sein Freund

Das Buch in der Kritik:

»Eingebettet in die Schilderung der Zeitläufte und der Gesellschaft Ulms gewinnt unversehens die ungefähre Figur des Berblingers scharfe Konturen und wird real. Eine sehr erfreuliche Wiedergutmachtung an dem ›Schneider von Ulm‹!« Tilo Prückner, »Schneider von Ulm«-Darsteller im gleichnamigen Edgar-Reitz-Film von 1978

 

»Wo kommen wir hin, wenn jeder was Neues probiert? Wie es einem ergeht, der in der Zeit um 1800 Grenzen übertritt, der alte Ordnungen verlässt und Neues wagt, beschreibt Johannes Schweikle einfühlsam und höchst realitätsnah am Fall des Ulmer Flugpioniers Ludwig Albrecht Berblinger, des ›Schneiders von Ulm‹, in seinem Roman ›Fallwind‹. « Professor Dr.-Ing. Otto Künzel, Ulm. Vorsitzender der Jury für den Berblinger Flugwettbewerb, Hochschullehrer für Automatisierungstechnik bis 2004, seit 1954 in der Fliegerei aktiv

 

»Der Journalist Schweikle zeichnet ein glaubwürdiges und bewegendes Bild des Mannes, der lange als Prototyp lächerlicher Ambitioniertheit verkannt und erst spät als Flugpionier rehabilitiert wurde. Dabei gelingt es ihm, die gesellschaftlichen Zusammenhänge vor 200 Jahren höchst modern darzustellen. Statt die Arroganz der Nachgeborenen herauszufordern, führt der Autor uns vor Augen, dass die gleichen Mechanismen, an denen Berblinger zerbrach, noch heute wirken: wirtschaftliche Interessen gehen vor Vernunft, Macht und Borniertheit vor Loyalität, Sensationslust vor Gerechtigkeit. Ein eindrucksvolles Buch über die Tragik eines schöpferischen Geistes, der vor seiner Zeit gelebt hat. Unterhaltsam, lehrreich, blendend geschrieben.« ekz

 

»Johannes Schweikles Geschichte changiert zwischen der Realität des Historikers und der Wahrheit des Erzählers. Er liefert das Buch zum Berblinger-Jubiliäum, das aus vielen kleinen Szenen zusammengesetzte Bildnis eines faszinierenden Visionärs.« Südwest Presse

 

»Eine einfühlsame Ehrenrettung. Faszinierend gelingt es dem Journalisten Schweikle, sich nicht nur in die äußeren Gegebenheiten, sondern gerade in das Innenleben seiner Figur einzufühlen. Dabei fehlt es Schweikle trotz der Intensität des Textes nicht an Leichtigkeit, die sich in wunderbare Wortspiele hüllt. Nicht nur die die gelungene Ehrenrettung eines vermeintlichen Versagers, sondern ein großes, großartiges Buch, das liebevoll ein Leben zeichnet und darin auch das hässliche Gesicht der menschlichen Schadenfreude spielt.« 

Neu Ulmer Zeitung

 

»Mit schnellen Personen-, Zeit- und Ortswechseln lässt Schweikle eine Gesamtansicht der Ulmer Szenerie und ihrer gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erstehen - detailgenau und sprachlich gewitzt. Und dass Schweikle in den Roman handfeste Informationen über Flugpioniere im Speziellen und Erfinder im Allgemeinen einbettet, schmälert das Lesevergnügen keineswegs.« Neckar Chronik

 

»Die Rehabilitierung eines Bruchpiloten. Johannes Schweikle erzählt, wie der Schneider den Sturz überlebt, aber schließlich im Spott ertrinkt. Eine gelungene, literarische Ehrenrettung!« SWR Landesschau KulTour

 

»Behutsam zeichnet Johannes Scheikle den Weg in die Katastrophe. Ei distanziertes Bild dieser besonderen Ulmer Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhundert. Extravaganz wird zum Leitmotiv in diesem Roman, der den visionären Schneider einreiht in die erstaunlich lange Liste der Flugpioniere von Dädalus bis Zeppelin, die Berühmten und die Vergessenen.« Tagblatt Anzeiger

 

»Anders als Max Eyth, der sich in seinem 1906 erschienenen Roman ›Der Schneider von Ulm‹ eine Lebensgeschichte für seinen ›Brechtle‹ ausdachte, die auch in dem wenigen, was man über Berblinger weiß, von der Realität abweicht, belässt es Schweikle bei den bekannten biografischen Daten und verzichtet auf die Konstruktion einer vollständigen Biografie. Aus den biografischen Daten gestaltet er ein fiktives Alltagsleben, das keinem chronologischen Ablauf folgt. Der Verlauf wird außerdem immer wieder unterbrochen durch fiktive Berichte von Mitbürgern sowie Beiträge über die Geschichte des Fliegens und der Mobilität. Einige dieser historischen Abrisse machen deutlich, wie viele vor Berblinger schon den Traum vom Fliegen träumten, andere zeigen dass des Schneiders Platz in der Geschichte mit etwas mehr Glück, mehr Unterstützern oder mit anderer Herkunft ein ganz anderer hätte sein können.« fehrgelesen.de 

 

»Amüsant zu lesen und zudem aufschlussreich über Ulm um 1800.« Schwäbische Zeitung 
 
»Mit ›Fallwind‹ ist Johannes Schweikle mit detaillierter Recherche und mutiger Ausschmückung bis in die Dialogebene ein faszinierender Roman gelungen. Eine Würdigung des ›Schneiders von Ulm‹, eine Kritik an der Furcht vor dem Neuen. Eingebettet in die kompakte Geschichte der Flugpioniere, die er außerhalb der Romanhandlung anfügt. Wenige Szenen genügen, um den Geist der Zeit zu erfassen.« Leipziger Volkszeitung, Leipzig Live
 
»Wenn uns Geschichte und Scheitern des Albrecht Ludwig Berblinger etwas lehren, dann nicht zuletzt die Tatsache, dass, wären Frauen und Männer ihm nachfolgender Generationen bei ihren “Ellen” geblieben, zumindest der schwäbische Teil der Menschheit heute noch in den Höhlen des nahe Ulm gelegenen Lonetals leben würde. Ohne Utopien, ohne Visionäre, die in Kauf nehmen zu Außenseitern gestempelt zu werden, ist nunmal kein Fortschritt denkbar. Johannes Schweikle plädiert deshalb in seinem Buch für einen Verkannten. Auch stellvertretend für viele andere Tüftler, Originale, Schrate, die es nicht in Romane oder Geschichtsbücher geschafft haben. Die nicht zur  Legende werden durften.« conlibri.de
 
»Die Bedeutung dieses Pioniers wird ebenso anschaulich in den Blick des Lesers gerückt wei die seelische Zerrissenheit des Neuerers zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Ein spannender Blick in seelische Zustände eines verkannten Helden der neueren Geschichte. Empfehlenswert für jede Bücherei.« ekz 


Nachrichten über "Fallwind":



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