Das Buch...

...in der Kritik
...als Leseprobe

Cover zum Download

Findelgesichter

Gedichte

Christine Langer

2010, 116 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-940086-89-1

€ (D) 16,–/ (A) 16,50*

In den Warenkorb 


Empfehlen Empfehlen

»Zu entdecken ist Christine Langer: eine große Dichterin.« Die Zeit

»Wer für heute genug hat von der lautstarken Zeitgenossenschaft der neuesten neuen Berlin-Mitte-Dichter oder dem versifizierten Schulfunk derer, die glauben, dass ›Lyrik heute‹ das Genom zum Inhalt haben müsse und nicht auch Kraniche in den Blick nehmen dürfe – der kann und soll sich an den Gedichten Christine Langers erfrischen: Sprachmelos, nachfühlende Naturbeobachtung und etwas so Rares wie robuste Sensibilität finden da zueinander.«
Steffen Jacobs

»Prekäre Balancen: aus Nichts, Kleinstem, einem Stück Natur alles machen, voller Luft und Zeit, mit seinen lebendigen Wesen am Rand. Mittendrin mindestens ein überraschender Vers, der hervorwächst aus dem Bild von Wirklichkeit und Laut und alles lohnt. Langsam im Auftritt, stark im Nachklang – Gedichte als belebte Stilleben: beginnen zu glänzen und ›geben in jeder Richtung Wünsche frei‹.« Ulrike Draesner

»Naturgedicht ist zu wenig gesagt, und nicht der romantische Blick ist bei ihr am Werk. Unbeirrt, unbestechlich forscht Christine Langer nach Rückzugsorten des Gefühls, nicht gefühlig, nicht vernagelt, vielmehr verblüfft, erfüllt von Pracht. Ihre Gedichte beharren auf dem ›noch immer‹: Erinnerungsmuster, Klangstruktur und graphisches Raffinement vereinen sich bei ihr zu einer Folie des Staunens.« Mirko Bonné

»Was mir an ihrer Lyrik so besonders gefällt, kommt aus der Unangestrengtheit, die auch Halbtöne entstehen lässt und den Gedichten ihre ganz unverkennbare Eigenart (Handschrift) einräumt …« Oskar Pastior

»Ihre Gedichte sind einfach sehr schön.« Friederike Mayröcker
 
 
 
Ein paar Verse zur Probe:  
 
 
Das Unterholz
 
Unruhe im Unterholz
Ein Tummeln und Tollen
In dunklen Gängen wie duftet
 
Das Gestrüpp
Bei diesem Gezwitscher
Gekreische bis in die Wipfel die
Blaue Fetzen auf den Boden werfen
Ich gehe bis ich Beeren finde
Rote vom letzten Jahr bis der Himmel rot
Herabfällt auf meine Schritte und der Mond
Sie sich holt
 
Ach dieses Vogelbeerenherz so jung
In meiner Hand und hart wie Leder Herz
Der Wacholderdrossel die unverdrossen singt
In diesem Buschland Brachland des Tags
 
 
Der Sommer
 
Der Schatten einer Rabenkrähe
Bewegt sich langsam über verlassene
Koppeln die Pferde ruhen seit Stunden
Im Stall die Zeit steht
Mit der Sonne im Zenit:
Gebranntes Gras
Hat die Farbe von Stein
 
 

Das Buch in der Kritik:

»Langweilig ist es hier nirgends. Das tummelt und tollt durchs Gras wie bei Annette von Droste-Hülshoff, das tobt durchs Unterholz wie Helga M. Novak in den ›Sylvatica‹. Die Autorin beobachtet die sich immerfort wandelnden Abläufe der Tages- und Jahreszeiten, betreibt nachfühlende Naturbeobachtung. Damit ist sie offenbar zu Gast in ›Wahrzeichen eines früheren Jahrhunderts‹ - wie im Gedicht ›Zwischenstation‹. Christine Langer nimmt sich Zeit, lässt Lebensaugenblicke präzise aufleuchten. Nie werden die Beschreibungen ausschweifend, immer konzentrieren sie sich auf das Erleben des sprechenden Ichs in Bildern, Geräuschen, Düften, die sich unversehens in ihr Gegenteil verkehren können. Soviele ineinander über gehende Farbnuancen, (›Neun Arten von Grün‹), so leicht und luftig miteinander verknüpfte Sinneseindrücke, Synästhesien, die von intensivem Empfinden künden. Anders als im vorangegangen Band ›Lichtrisse‹ (2007) verbindet die Autorin die Themen Natur und Erotik subtil. Keine offenherzigen Szenen mehr, stattdessen ›die Lust zu sehen‹, Körperlust in Licht, Luft und Wind.« Dorothea von Törne, Die Welt
 
»Es gibt wohl nur wenige Lyrikerinnen und Lyriker im deutschsprachigen Raum, die sich so intensiv und gekonnt wie Christine Langer der Naturlyrik verschrieben haben. Nachdem vor drei Jahren ihr Gedichtband »Lichtrisse« erschien, legt sie nun mit »Findel­gesichter« nach. Und es ist offen­sicht­lich, dass die neuen Natur­gedichte zu einem großen Teil noch dichter, noch einfühl­samer sind, dabei von einer Leichtig­keit und formalen Unange­strengtheit, die dem Leser ein poeti­sches Natur­erlebnis erster Güte ermög­lichen.« Peter Kapp, Poetenladen
 
»Voyeuristische Leidenschaft wohnt dem ungemein sensiblen Blick von Christine Langer inne. Mal munter, dann wieder melancholisch führt uns ihr neuer Gedichtband auf poetische Entdeckungsreise durch die verwinkelte Wunderkammer der Natur, in deren Untergehölz sich ›das Innerste entlarvt‹. Mit artistischem Feingefühl entwirft Langer malerisch zweckfreie Bilder, die entrücken und verzücken, ohne dabei ihre Geheimnisse preiszugeben.« Stuttgarter Zeitung
 
»Diese Gedichte kommen nicht laut, sondern leise daher, vermeiden die großen Gesten und sind gerade darum so nah am Leser. Christine Langer schreibt von einer Wirklichkeit, die jeder kennt, aber noch lange nicht wahrnimmt. Es gibt keine künstlichen Wortschöpfungen, keine laute Zeitgenossenschaft, sondern nur raffinierte Schlichtheit darin.« Widmar Puhl, SWR2
 
»Wahrheit, die einen Gleichklang der Ambitionen herstellt, falls der Leser wirklich ambitioniert ist, sich einzulassen – Wortkunst, die zurückhilft in etwas wie Demut. In den Gedichten von Christine Langer bleibt der Mensch angesichts der Natur aufs angenehmste im Hintergrund, ein Bündel Dasein im Klang der Stimme. Unnachahmliche Bilder entstehen so, die Christine Langers Beobachtungsgabe, ihr wunderbares Assoziationsvermögen und ihren sorgsamen und leichten Umgang mit der Sprache sensibel zeigen: ›Wohin fällt das Licht fragst Du mit geschlossenen Augen/ Mit deinem inneren Bild‹. Minutiös beobachtet und beschreibt sie Gesehenes und lässt Melodien wie Stillleben entstehen, lebendig, nachvollziehbar, voller versteckter und unsichtbarer Welten, dem Traum verwandt und irgendwie wahr, aus dem Nichts entstandene ›Findelgesichter‹. Dabei kommt sie ohne Interpunktion aus, schreibt erzählte und erlebte Geschichten, die zahnlos ineinander greifen in natürlichen Rhythmen, im Wechsel der Jahreszeiten: ›Gereihte Strommasten wie Tannen mit trauernden/ Zweigen.‹« Fixpoetry.de
 
»Christine Langer bringt, was in ihr Gesichtsfeld gerät, zur Sprache, und tut das nicht zuallererst deutend, sondern beeindruckt. Sie lässt dem Vor-Gefundenen das eigene Gesicht. Darum haben diese Gedichte etwas Hymnisches, sie besingen mehr, als dass sie zu beschreiben versuchen.« allmende
 
»Wenn die Dichterin ihre Eindrücke in der Natur in Worte fasst, dann hat sie keine Botschaft im Sinn. Schon gar keine politische. Von persönlich dominierten Gedichterergüssen hält sie überhaupt nichts. Vielmehr arbeitet Christine Langer daran, die Natur, deren Oberflächen und die dahinter zum Vorschein kommenenden Geheimnisse zu ergründen. Da wird selbst ein Misthaufen zum Weltwunder und das Licht in den Pfützen ist ihr wichtiger als jeder romantische Sonnenuntergang. Mit einem fulminanten Sprachschatz ausgestattet, ist sie so etwas wie eine lyrische Berichterstatterin der Natur in deren stetiger Verwandlung.« Augsburger Allgemeine


Nachrichten über "Findelgesichter":



* Preis inkl. MwSt., innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei.

19. Mai 2017
»Wendepunkte«: Michael Steinbrecher stellt sein »Nachtcafé«-Buch vor

10. Mai 2017
Sibylle Knauss im Deutschlandfunk

9. Mai 2017
»Hölderlin war nicht verrückt« im Tagesspiegel

28. April 2017
Tagesanzeiger rezensiert »Maiwald«

25. April 2017
Buchpremiere mit Kurt Oesterle im Hölderlinturm

Weitere Nachrichten Weitere Nachrichten

Abonnieren Sie unseren Newsletter