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Heinrich Pommerenke, Frauenmörder

Ein verschüttetes Leben

Thomas Alexander Staisch

2010, 344 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-940086-88-4

€ (D) 22,– / (A) 22,70*

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Ein einzigartiges Stück deutscher Kriminal- und Zeitgeschichte der späten fünfziger Jahre.

Die erste ganze Aktenanalyse, das erste Buch zu Pommerenke überhaupt.
 
»Das ist großer Journalismus und große Literatur – ein Tatsachenromanin der Tradition von Truman Capote, der uns die Geschichte eines Verbrechens und die Tragödie eines Mörders nacherleben lässt. Präzise recherchiert, glänzend geschrieben, verstörend und berührend zugleich.« Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler
 
 
Zum Inhalt:
 
Wie konnte ein Mensch Kinder lieben und Kinder überfallen? Wie konnte ein schüchterner Gelegenheitsarbeiter 65 fürchterliche Verbrechen begehen und zum Alptraum eines ganzen Landes werden? Wie konnte ein Mensch jede Nacht Jagd auf Frauen machen und später jeden Tag für seine Opfer beten? Wie konnte dieser Mensch hinter Gittern vergessen werden? Wie können Menschen Heinrich Pommerenke, dem Mörder, der zu insgesamt 156 Jahren Haft verurteilt wurde, auf einer Feier guten Gewissens das Geburtstagsliedchen singen: „Wie schön, dass Du geboren bist“? Und ja: wie konnte dieser Mensch überhaupt 50 Jahre Gefängnis überleben? In vielerlei Hinsicht eine aufwühlende, intensive, einem schier den Atem verschlagende Lektüre.
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Warum hast du dein Opfer verschont, damals?« – »Sie hat bitte zu mir gesagt.«

– »Kannst du dich erinnern, dass jemand zuvor in deinem Leben bitte zu dir gesagt hat?« – »Nein.« (Pause, dann:) »Ich war eine missglückte Abtreibung.« Der Mörder im Gespräch mit dem Gefängnispfarrer

 
Heinrich Pommerenke im Focus:

»Das Ungeheuer vom Schwarzwald.« Die Presse

»Der Grauenmensch.« Die Presse
 
»Die Bestie in Menschengestalt.« Die Presse

»Komm’ pünktlich nach Hause. Sonst holt dich der Pommerenke.« Die badischen Bürger

»Er hat gestochen, gewürgt, geschlagen, geraubt, gestohlen, vergewaltigt.« Die Polizei

»Vor Ihnen sitzt kein Mensch, sondern der Teufel.« Der Mörder
 
»Er tötete mit derselben Gleichgültigkeit, mit der andere Menschen ihre Krawatte binden.« Der Staatsanwalt
 
»In die neunte Hölle Dantes muss er hinein.« Der Staatsanwalt
 
»Ich bin der Meinung, dass ein solcher Mensch für immer in Haft bleiben sollte.« Ein späterer Justizminister
 
»An keinem anderen Verbrecher exekutiert die Justiz so unbarmherzig die grausamste Strafe, die ein Rechtssystem verhängen kann, das die Todesstrafe für inhuman erklärt: das Vergessen bis zum Tode.« Die Kritiker
 
 
 

Das Buch in der Kritik:

»Das Buch bietet hervorragenden Diskussionsstoff zur aktuellen Debatte um die Freilassung sicherungsverwahrter Sexualstraftäter!« Badische Neueste Nachrichten
 
»Die Zerrissenheit zwischen Mitleid, Faszination und Abscheu bringt der Autor Thomas Staisch sprachlich und dramaturgisch eindrucksvoll auf den Punkt. Kapitel für Kapitel wirft er dem Leser in winzigen Szenen ungeordnete Mosaiksteinchen hin, die sich schließlich als wahrhaft verstörendes Psychogramm regelrecht ins Bewusstsein einfräsen. Dahinter lauern Angst und die Frage: Was tun mit einem solchen Menschen? Lebenslang wegsperren, wie Bundekanzler Schröder einst markig forderte, ist unter Wahrung von Menschenwürde und Humanität sicherlich keine Lösung. Das macht dieses Buch überdeutlich. Und auch die Forderungen nach elektronischer Fußfessel, Dauerbewachung oder Internet-Pranger zeigen nur, dass unsere Gesellschaft in diesem Dilemma heute noch genauso hilflos feststeckt wie vor 50 Jahren. Als die Polizei das mordende ›Ungeheuer vom Schwarzwald‹ endlich dingfest machte.« Pia Fruth, SWR2
 
»Thomas Alexander Staischs ›Romanbiografie‹ über Heinrich Pommerenke geht an die Grenzen. Sprache, Stil und Inhalt verstören gleichermaßen. In dem Buch haben das Durcheinander und monotone Wiederholungen System, sie bilden die chaotische Seelenwelt des ›Totmachers‹ ab.« BNN Der Sonntag
 
»Es ist ein Verdienst des Buchs, dass es einen Menschen beschreibt, der gemordet, vergewaltigt, geschändet hat – und der dennoch ein Mensch blieb. Staisch löst die Zeitenfolge der von ihm bis ins Details recherchierten Taten und Lebensdaten Heinrich Pommerenkes auf. Der Erzählfluss wechselt beständig zwischen nüchternen Faktenreihen, meist ausgewiesenen literarischen und selten markierten Zeitungszitaten. Damit nähert er sich schon in der Form dem schleifenhaften Denken und der bruchstüchhaften Wahrnehmung eines Menschen, der Jahrzehnte in der eindrucksarmen Welt von Justizvollzugsanstalten verbringt. ›Nach spätestens zehn Jahren ist das Gehirn eines Häftlings Gemüse, nur noch Gemüse‹, wiederholt Staisch auf den 345 Seiten fünf Mal eine Aussage jenes Gefängnispfarrers, der im Laufe der Jahre zum Freund und Fürsprecher des Serienmörders wurde.« Steffen Kraft, Der Freitag
 
»Der Journalist Thomas Alexander Staisch hat  ein Buch über Pommerenke geschrieben, das beides versucht: die Grausamkeit der Taten schonungslos zu schildern, das Entsetzen vor dem Täter zuzulassen - und doch dem eigenwilligen Gefangenen Pommerenke näherzukommen.
Das Ergebnis ist ein überzeugendes Porträt einer fast unwirklichen Existenz. Gründlicher als irgendwer zuvor hat Staisch die Akten studiert, bislang unter Verschluss gehaltenes Material verwendet, mit bislang unbefragten Zeugen geredet. Auch mit Pommerenke selbst hat er sprechen dürfen. Die Fülle von Fakten und Zitaten, unterfüttert mit Pommerenkes eigenen Schilderungen, montiert Staisch nicht chronologisch, sondern breitet sie als gigantisches Puzzle aus.« Ulrike Winkelmann, taz 
 
»Fesselnd, erschütternd, hochaktuell: Staischs ›Pommerenke‹ ist ein wichtiges Buch für alle, die sich für die - im positiven wie im negativen Sinne - weitreichenden Möglichkeiten des Menschen interessieren und ebenso für die, die sich innerhalb der Gesellschaft mitverantwortlich fühlen.« Reinhard Lempp, Reutlinger Generalanzeiger 
 
»Ein vielschichtiges Buch. Staisch gibt dem Leser einen Begriff davon, was es bedeutet, weggesperrt zu sein, abhängig von Wärtern, seelisch krank, ohne professionelle Hilfe. Er beschreibt die Wandlung des Häftlings Pommerenke von einer rebellierenden, unberechenbaren Schreckensfigur zu einem bigotten, friedlichen, naiven Menschen, der mit Insbrunst Kirchenlieder singt.« Sabine Rahner, Badisches Tagblatt 
 
»An diesem Leben stellen sich die Fragen nach Schuld und Vergebung, Menschenwürde und Menschen(ver)achtung in aller Schärfe. Ein furchtbar gutes Buch!« allmende
 
»Wie Staisch sich heranzoomt in die für den Leser so ferne Adenauer-Zeit, die Taten aus ihrem sozialen Kontext heraus erklärt, wie er das unmenschliche Wegsperren und die Bestrafungsaktionen im Gefängnis als solche auch wirklich benennt: Das ist beeindruckend.« Heilbronner Stimme
 
»Staisch gelingt das faszinierende Psychogramm eines Manns, von dem fast ein Jahrhundert lang nicht einmal ein Bild existierte. Staisch hat sich mit Akribie als Erster überhaupt in die Akten zum Fall Pommerenke eingearbeitet. Er will vor allem den Menschen hinter dem im Jahr seiner schlimmsten Untaten, 1959, gerade mal 22 Jahren alten Frauenmörder zeigen (oder - wie Gefängnispfarrer Ergenzinger sagt: ›Verständnis zeigen, heißt doch nicht einverstanden zu sein‹).« Peter-Philipp Schmitt, FAZ
 
»Bewährungsprobe für die Justiz: Thomas Alexander Staisch erzählt, wie Heinrich Pommerenke das Recht beim Wort nahm. Mag sein, dass Pommerenke bis zuletzt gefährlich war, wie ihm Gutachter attestierten, nur: Man hat es nie ernsthaft versucht mit ihm, weil man ihn, das ›Monster‹, aufgegeben hatte. Womit der Fall zur Parabel auf die Sicherheitshysterie des vergangenen Jahrzehnts wird, die mit der unablässigen Ausweitung der Sicherungsverwahrung eine Unkultur des Wegschließens gefördert hat: Wenn der Schlüssel erst einmal umgedreht ist, verdrängt die Gesellschaft, dass sie qua Grundgesetz verpflichtet wäre, an einer Rückkehr des Straftäters in ihre Mitte zu arbeiten.« Wolfgang Janisch, Süddeutsche Zeitung
 
»Staischs Rekonstruktion liest sich wie ein brisanter und auch verstörender Tatsachenroman, indem er nicht zuletzt begreifbar macht, dass sich die Humanität einer Gesellschaft immer auch in ihrem Umgang mit dem Bösen erweist.« MDR figaro


Nachrichten über "Heinrich Pommerenke, Frauenmörder":



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