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Ich, der kleine Katholik

Erzählung. Aus dem Französischen übersetzt von Irène Kuhn

Pierre Kretz

2010, 176 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-940086-86-0

€ (D) 17,90 / (A) 18,40*

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Keine Abrechnung, kein Lobpreis: Bloß einfach eine intensive Erinnerung. Sehr schön, ganz unprätentiös, lakonisch erzählt.

»34 berührende Kapitel über eine fromme katholische Kindheit im Elsaß der fünfziger Jahre. Wie aus Kindermund gottesfürchtig erzählt und gottgefällig übersetzt: eine richtige Lesefreude, auch für Nichtkatholische. Und welch Stoff für einen schönen Film!« Manfred Naegele, Fernsehjournalist, Südwestrundfunk
 
»Eine wunderbar-wundersame Geschichte vom Großwerden. In einer Gegend, in der im Herbst trockene Weinranken verbrannt werden. Hier offenbart sich dem kleinen Katholiken das Unkeusche auf einem Zirkusplakat. Außerhalb des Beichtstuhls gibt ihm der Pfarrer sogar Nachhilfe in Latein. Es geht darum, im gelben Trikot in den Himmel zu kommen. Wären da nicht die Wörter, die in die Sünde führen können...« Walle Sayer
 
 
Woran erinnert man sich, wenn man sich katholisch erinnert?
 
An die wunderschönen Lieder in der Maiandacht?
An das »Meerstern, ich dich grüße«, an das »Großer Gott, wir loben dich« mit dem leidenschaftlichen Geklingel der Meßdiener?
Ans dumpfe Gemurmel im Beichtstuhl, der in dieser Erzählung so schön »Sündenschrank« heißt? Erinnert man sich an die zehn »Vater unser« oder »Gegrüßet seist du, Maria«, die einem als Buße aufgegeben wurden? Oder an die Sammeltassen als Kommuniongeschenk? An die Blumenteppiche zur Fronleichnamsprozession? An die ersten Zweifel?
 
Ja, sie sind zwiespältig, diese Erinnerungen an die heile – scheinbar heile – Welt des katholischen »Sünderdorfes« im Elsaß der fünfziger Jahre. Der manchmal nachsichtige, manchmal auch bissige Humor, mit dem Pierre Kretz seine fromme Kindheit aufleben lässt, darf und soll nicht täuschen.
 
Wir lächeln, wenn wir lesen, dass Peugeotfahren »evangelisch« ist – und Renaultfahren »katholisch«. Wir lachen, wenn eine unverhoffte Pilzschwemme am Wegrand als »Pfingstwunder« erlebt wird, wir runzeln die Stirn, wenn der Herr Pfarrer immer öfter und immer dringlicher sich erkundigt, ob der zwölfjährige Bub denn noch immer nicht Jesu Ruf zum Priestertum spürt – und sind einverstanden, wenn der Sechzehnjährige ganz allmählich Abstand gewinnt zu den quälenden Gewissenserforschungen des Beichtspiegels, der Unfrohbotschaft der Todsünden, des Fegefeuers, der Askese.
 
 

Das Buch in der Kritik:

»Das Werk ist ein kleines Wunder. Ein Buch über die Kirche, in dem weder das Wort Kondom noch der Jakobsweg auftaucht. Den kleinen Katholiken treiben Versuchungen und Beichten, Prozessionen und die Tour de France um. Die Geistlichkeit bürdet ihm im Katechismusunterricht manches auf, aber er fühlt sich von den Sakramenten durchs Leben getragen. Seine Mutter Kirche versprüht nicht nur Heiligen Geist, sondern auch Esprit und Witz. Das macht sie lebenswichtig und liebenswert. Dieser selige Zustand ist gut fünfzig Jahre her und hieß Volkskirche. Man wünscht sich weiß Gott nicht diese Zeit zurück. Aber weniger aufgeregte Flügelschläge und dafür viel mehr Liebe zum Normalbetrieb des Transzendenten könnten den kleinen Katholizismus wieder groß machen.«  Die ZEIT, Christ & Welt
 
»Anrührende Geschichten aus kindlicher Perspektive. Die Leser erleben eine Zweideutigkeit im Katholizismus jener Jahre, wie man sie auch im Badischen nachvollziehen kann: einerseits die festlichen Gewänder bei bestimmten Anlässen, die wohlklingenden Töne von Klingeln, Orgel und Chorälen - anderersetis die immer geradezu eingehämmerte Angst vor der Hölle, in der einen Luzier sowieso erwarten würde.« Aacher-Bühler Bote
 
»Für Nachgeborene eine Kuriositätenschau, für Zeitgenossen eine Wiederbegegnung mit einer katholischen Glaubenslehre, unter der die Kinder in der Nachkriegszeit aufwuchsen.« Landshuter Zeitung 
 
»Pierre Kretz rechnet nicht ab, sondern berichtet mit Humor von der Absurdität katholischer Märchen und Sozialisierungsmethoden. Und er blickt mit befremdeten Kinderaugen auf die Welt der ihm einst vorgesetzten Erzieher. In exzellenter deutscher Übersetzung von Irène Kuhn, stark und lebendig.« Kulturjoker Freiburg
 
»Mit Witz und Feingefühl schildert der Autor, wie der sensible Knabe das Beichten im ›Sünderschrankt‹ erlebt, über Wunder nachdenkt, sich das ›Religionsfranzösische‹ zurechtreimt; er deutet aber auch Momente des Unbehagens an. Pierre Kretz gelingt das Kunststückchen einer erzählten religionssozilogischen Einzelfallstudie, die spätere Generationen für rein fiktiv halten könnten. Sie zeigt den Kinderglauben als Fundament religösen Daseins, das sich indes vom kindlichen Glauben allein nicht nähren kann.« Neue Westfälische  
 
»Im Elsass der 1950er macht ein kleiner Junge erste Erfahrungen mit der katholischen Kirche, sein Dorf ist gänzlich in deren Dogmen und Riten eingebunden. Pierre Kretz berichtet mit Humor von der Absurdität katholischer Märchen und Sozialisierungsmethoden. Und er blickt mit befremdeten Kinderaugen auf die Welt der ihm einst vorgesetzter Erzieher.« Dokumente Documents
 
»Erfrischend entwaffnend ist dieser naive Kinderblick auf das fromme dörflerische Gebahren. Ein kleines, liebenswertes Buch mit Scharfblick und Witz.« SWR1 
 
»Der Elsässer Pierre Kretz taucht mit seinem Roman ›Ich, der kleine Katholik‹ tief in seine kindliche Glaubenswelt ein. Dennoch: Kretz hat keine Abrechungsgeschichte, kein Klagebuch oder eine ›Gottesvergiftung‹ geschrieben. ›Ich, der kleine Katholik‹ ist ein poetisch leises, teilweise melancholisch-heiteres Erinnerungsmosaik.« literaturkritik.de
 
»Vorsichtig stellt Pierre Kretz Fragen. Auch Witz und Ironie haben durchaus einen aufklärenden Ton, ohne deswegen abschätzig zu werden. Dem Autor geht es nicht um Nostalgie. Anlass, dieses Buch zu schreiben, berichtet er bei einer Lesung in Rechen, war die Herausforderung, dem eigenen Nachwuchs zu erläutern, woher man selbst kommt. Das ist auf sympathische und intelligente Weise gelungen.«  Konradsblatt 
 
»Ein zartironischer Text. Trotzdem wurde ich zwischendurch wütend: Unglaublich, was man(n) uns kleinen Katholiken zugemutet hat.« PS. Die linke Zürcher Zeitung
 
»Mit viel Humor geschrieben, aber auch im sanften Ton deutlich kritisch. Das lese, wer meint, in den 50er Jahren sei in der Kirche alles besser gewesen.« Glaube und Leben / Der Sonntag / Bonifatiusbote
 
»Es gibt viele Gefahren, vor denen ein kleiner Mensch bewahrt werden muss: alles Gedruckte außer der Bibel, die Sünde, die in fast allem lauert, und Andersdenkende. Eine religiöse Enge, die einem die Luft nimmt beim Lesen. Doch Pierre Kretz beschreibt mit feiner Ironie und in zauberhaften Situationen diese vernagelten Köpfe, dass man schallend lacht über katholische Wunder und Wahrheiten. Kretz beschreibt, er richtet nicht, er lässt auch in der dumpfen Enge den Erwachsenen ihre Würde. ›Katholisch‹ ist in diesem bemerkenswerten Buch auch ein Synonym: Es könnte auch eine Kindheit unter pietistischen, orthodoxen oder idelogisch korrekten Erwachsenen sein.« Schwäbische Zeitung   


Nachrichten über "Ich, der kleine Katholik":



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