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Sebastian Blau

Die Gedichte

Eckart Frahm, Rolf Schorp (Hg.)

2010, 560 Seiten, geb. mit Schutzumschlag und Lesebändchen, inklusive zweier CDs »Josef Eberle spricht schwäbische Gedichte von Sebastian Blau«
ISBN 978-3-940086-39-6

Leider vergriffen
€ (D) 29,90 / (A) 30,80*


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Schwabens großer Mundartdichter: Josef Eberle alias Sebastian Blau. Die Gesamtausgabe - eine kleine Sensation!

Schwäbische Landeskunde im Gedicht

Eine Auswahl dieser Gedichte finden Sie auch in diesem Titel!
 
Was war er nicht alles!
Am 8. September 1901 in Rottenburg am Neckar geboren und in Tübingen (wie Hermann Hesse) beim legendären Heckenhauer zum Buchhändler ausgebildet, ging er nach Berlin und begann dort auch zu schreiben.
Seit 1927 arbeitete er als Lektor, Redakteur und Leiter der Vortragsabteilung beim Süddeutschen Rundfunk, wurde aber 1933 aus politischen Gründen entlassen.
Bis 1936 hielt er sich als freier Schriftsteller, dann brachte ihm der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer das Schreib- und Veröffentlichungsverbot: schwere Jahre samt einer Haft im Konzentrationslager Heuberg, Jahre voller Sorgen insbesondere um seine jüdische Frau.
 
1945 erteilten ihm die Amerikaner als Unbelastetem eine Lizenz zur Gründung der »Stuttgarter Zeitung«.
Die ZEIT nannte ihn später einmal den »gebildetsten deutschen Journalisten«. Josef Eberle wurde mehrfach geehrt: mit den Titeln eines Ehrendoktors, eines Professors, eines Ehrensenators der Universität Tübingen. Am meisten gefreut hat ihn freilich die Zustimmung seiner Leser. Seine Gedichte, erschienen in sieben längst vergriffenen Bänden, gehören als Klassiker längst dem schwäbischen Volksmund.
 
Josef Eberle starb am 20. September 1986 und ist auf dem Sülchenfriedhof in Rottenburg bestattet.
 
»Sätze des Sebastian Blau: Schätze des Landes!« Bernhard Hurm und Uwe Zellmer, Theater Lindenhof
 
Und jetzt endlich kommt sie: die erste und lange erwartete Gesamtausgabe aller schwäbischen Gedichte Sebastian Blaus. Rund 375 Stück. Darunter auch einige bislang gänzlich unbekannte.
Und als Zugabe gibt’s noch: die auf zwei CDs überspielten Tonträger des Südwestfunks aus dem Jahr 1968: »Josef Eberle spricht schwäbische Gedichte des Sebastian Blau«.
Ein überraschender Fund. Eine kleine Sensation!
 
Sebastian Blau: »ein Wohllautmaler aus Sprachweh.«
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
 
Kleine Ballade
 
Koa’ Schuuz, koa’ Rock ist vor em sicher gsei’. Iatz ist r taot. Ond trotz em Leicheschei’ hot s Weib deam Schwerenöter noh et traut – ma’ woaß jo wia bei so re’ leichte’ Haut ... Des Grab muaß nohmol uf! Se geit koa’ Ruah. Ma’ tuat s, se stoht debei ond gucket zua. Ma’ fendt de’ Sarg, zwoa Meter tiaf o’gefähr, ond lupft de’ Deckel: Do! Dr Sarg ist leer! Nao uf em Bode’ leit e’ Blatt Papier, ond dodruff stoht – de Alt verzwazzlet schier: »I be’ drui Gräber weiter beim Fräule Seiter.«
(1978)
 
 
D Stuegeter
 
Schöne Kloader, seidne Strömpf,
Räuch em Kopf ond noble Krämpf,
brennte Hoor ond glatte Gsiichtlen,
ond en Lebtag ond e Gschwanz,
daß ma’ se vor deane Früüchtlen
vorkonnt wia e’ Landpomranz.
 
Ond en Allmachtskrattel hend se,
ond es Maul vol nemme’ tend se:
Henter Stueget – host en Zweifel? –
konnt zeest nonz ond noh Pfuiteufel!
Konnst dr schiergär vor deam Chor
wia dr hell Gärneamed vor.
 
Älls was reacht ist, aber s geit
henter Stueget ao noh Leut!
Seil send ao et lauter Schlurger.
Freilich, i gstand offe’-n-ei’:
wär-e et e’ Raoteburger,
möcht-e schier vo’ Stueget sei’!
(1946)
 
 
 
 

Das Buch in der Kritik:

»Hier sind sie versammelt, alle auffindbaren, mal groben, mal zärtlichen Gedichte des Mundartgenies Sebastian Blau. Donderschlächdig schöö...« Martin Hohnecker, Stuttgarter Zeitung
 
»Rührt das Herz und genügt zugleich dem Verstand.« Rottenburger Post
 
»Mundartdichter gibt es jede Menge, doch nur die wenigstens spielen qualitativ in einer Liga mit Sebastian Blau.« Heilbronner Stimme
 
»Alles in allem eine Trovaille, die die Mundart auf der Höhe der Zeit buchstäblich zum Klingen bringt.« Allmende
 
»Darauf hat die Mundart-Literatur gewartet. Die Herausgeber haben mit der Erschließung ganze Arbeit geleistet!« Reutlinger Generalanzeiger
 
»Knitze, geistreiche Gedichte über den so herben wie liebenswerten ›Stamm‹ zwischen Unter- und Oberland, in einer schon von der Gestaltung her wundervollen Gesamtausgabe.« Schwäbische Zeitung, Ravensburg
 
»Gedruckt sehen sie mit all ihren ›do aos‹ und ›fei schos‹ fast wie chinesisch aus, gesprochen sind sie reine Wortmusik aus urigem Material. Ohne Sentimentalität, mit knochentrockenem Humor muss man diese Gedichte knurren, halt grad’ so, wie die Wörter und Phrasen den Bauern und Wengertern und Kaufleuten, den Großmüttern und Basen abgelauscht worden sind. Und wer könnte ›Hoamet‹, ›Vom Karle Hanck‹ oder ›Dr Gsangverei‹“ wohl besser vortragen als der Poet selbst, der seinen heimischen Rottenburger Dialekt schließlich von Kind auf gelernt hat?« Ulrike Frenkel, kulturfinder-bw.de
 
»Sebastian Blaus Gedichte treffen den Ton der schwäbischen Seele.« Prof. Uli Rothfuss, swo.de
 
»Eine charmante Liebeserklärung an Josef Eberle. Bei ihm wird Schwäbisch zur Musik. Der 1986 verstorbene Mundartdichter liefert den besten Beweis, dass man vieles durch diesen Dialekt einfacher und direkter ausdrücken kann.« Reutlinger Generalanzeiger 
 
»Was die Reime des Sebastian Blau auszeichnet, ist die Ferne zum Geschwätz und zur bäbbigen Schwabentümelei. Die Worte fügen sich unverzwungen ins meisterhafte Versmaß, um zielsicher auf die Pointe loszusteuern.« Südwest Presse
 
»Ein Genuss, die nun sorgfältigst editierten schwäbischen Gedichte des Sebastian Blau aus fünf Jahrzehnten, von 1933 bis 1981, in einem Band lesen zu können. Sebastian Blau hat den Dialekt in seinen Gedichten zur Kunstform gebracht, mit einer Melodik, einer bis ins kleinste Details stimmenden Rhythmik, einer Vielfalt, Menschen und Dinge, Orte und Gefühle zu beschreiben, wie sie das gängige Hochdeutsch kaum bietet. Knitz, sperrig, derb und hintersinnig, melodisch und kauzig ist dieses Schwäbisch.« Schwäbische Zeitung
 
»Gerade dank der Kombination von Buch und Tonträger für alle Liebhaber mundartlicher Dichtung höchst empfehlenswert!« Eßlinger Zeitung 
   
»Ein Geniestreich! Eckart Frahm, gebürtiger Flensburger, assimilierter Schwabe und Kulturwissenschaftler, und Rolf Schorp, Rottenburger, Friseur und Heimatforscher, haben in akribischer Kleinarbeit Archive durchforscht, um in einer sorgfältig edierten Ausgabe ›den ganzen Blau‹ zu erhalten.« Tagblatt Anzeiger
 
»Schwabensein als literarisches Vergnügen. Eine editorische Leistung, die weit über das Aneinanderreihen der sieben Gedichtbände von Sebastian Blau hinaus geht. Dem Umfang nach ist diese Gesamtausgabe eine rechte ›Bibel‹ geworden, wie Sebastian Blau wohl ironisch und selbstkritisch angemerkt hätte. Aber Blättern ist durchaus ein Vergnügen, wenn man ein habhaftes Buch in der Hand hat.« Schwäbische Heimat 
 
»Die Dichtkunst Eberles hätte eine Renaissance verdient; die Grundlage dafür haben die Herausgeber Eckart Frahm und Rolf Schorp mit ihrem umfangreichen Sammelband geschaffen.« Neckar Chronik Horb

»Die ansprechend aufgemachte Fundgrube mit entsprechenden Anmerkungen und Erläuterungen rundet eine Doppe-CD ab, auf der Sebastian Blau 70 seiner Gedichte spricht.« Literaturkritik.de



Nachrichten über "Sebastian Blau":



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