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Kerngehäuse

Eine Innenansicht des Wesentlichen

Walle Sayer

2009, 112 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-940086-31-0

Leider vergriffen
€ (D) 10,— (Ladenpreis aufgehoben)*


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Prosatexte

»Er ist ein Spurensucher im Millimeterbereich. Einer, der im Detail das Ganze aufspürt, und so in seiner Welt die ganze Welt.« Südwestrundfunk
 
 
Zum Inhalt:
 
Woran zerbricht ein Brecheisen? Und inwiefern ist Aufgespartes mehr wert als Angespartes? Was geschieht, wenn man einem defekten Navigator als Zielort Damals eingibt? Wenn man einen abgekauten Schnuller an den Schweif einer Silvesterrakete bindet? Wenn diese Zeitformel angewandt wird: es ist noch zu spät, um jetzt schon heimzugehen?
 
Zwischen dem milderen Dennoch und dem härteren Trotzdem hüten ein paar leere Stuhlreihen das Lichtgeheimnis dieser Texte, in denen es um solch wesentliche Fragen geht und im Wesentlichen um den Nennwert des Gesehenen, um die Aura des Augenblickes.
 
Orte, Dinge, Räume, Begebenheiten, Zeichen und Chiffren, innere und äußere Landschaften, Vergewisserungen, Porträts, Gedenkblätter: mit und aus all dem entwirft der Autor seine ganz eigene Topographie und Sprachwelt, bückt sich dabei nach jedem Uhrenschräubchen, zieht einen Erzählkreis um das Flüchtigschöne, Vergängliche: Wesenskern aller Poesie, und vertraut auf die Kraft des Fragments, die darin besteht, dass die Scherbe als Scherbe vollkommen ist.
 
 
»Gelernt: die Kunst, aus Sprache Stille zu formen, ›Stille, die einen Schatten wirft‹. Ein Schattenkundler ist er, ein Vergänglichkeitskenner. Braucht seine Zeit, die Kunst des Walle Sayer. Braucht einen Winkel, eine Ecke. Wird aber bleiben.« Die Zeit
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
Nichts, nur
 
Nichts, nur der Vollmond, der sich spiegelt im ruhigen Wasser, ein an den See entrichteter Obolus der Nacht. Nichts, nur ein paar Raben, Funktionäre der Farbe Schwarz, hocken in den Baumkronen, zerkrächzen den Tag. Nichts, nur die Runde am Nebentisch, Schaumkronen setzen sie sich auf, erlassen ihre Edikte, danken ab. Nichts, nur: diese Tonfolge, dieser Auftakt.
 
Randnotiz in Sütterlin
 
Die Nutzfläche des Gedankens, die Trutzburg des Gefühls. Willst du eine einfache Aufgabe oder lieber eine leichtere. Auch aller Anbeginn hat einen Anfang. Stell einen Notenständer ins Freie, schon sammeln sich darauf Schwalben. Sag statt Boden Erdreich, schon stehst du woanders.
 
Das Buch in der Kritik:
 
»Mit unbestechlichem, aber unsentimentalem Blick sammelt Sayer, was von der ländlichen Welt seiner Kindheit noch übrig ist. Hier ergibt sich ein Spannungsbogen vom Einst ins Jetzt, der die heimelige Idylle von innen her unterminiert.« Stuttgarter Zeitung
 
»Ein Blick, der in die Tiefe geht statt ins Weite.« Stuttgarter Nachrichten
 
»Sayers Lyrik ist ein kleines Glück und das Gegenteil von Zerstreuung und Zeitvertreib, ein Gegenentwurf zum hohlen Pathos einer Unterhaltungsindustrie.« Südwest Presse
 
»Es ist der angehaltene Mensch, den Walle Sayer in seinen Denkbildern zur Darstellung bringt. Ob dieser direkt im Blick ist oder wir lediglich seine Spuren sehen, immer sind es ›Innenansichten‹ von uns selbst; unser Wesentliches spiegelnd: das Kerngehäuse. Und ebendieser Mensch ist angehalten, dies Buch zu lesen!« Markus Bundi, Aargauer Zeitung und ›Lesezeit‹
 
»Einer der Stillen im Land. Wie Haikus halten Sayers Prosaminiaturen für eine kleine Weile die Zeit an, für solche Augenblicke, in denen selbst der Wind für eine Art Stillstand sorgt. Walle Sayer erzählt weit mehr, als was auf dem Papier steht. Dabei besitzen diese kleine Kontemplationen fast durchweg etwas Schwermütiges, als gäbe es nichts, das nicht sofort an seine Vergänglichkeit denken lässt.« Karl-Heinz Ott, NZZ und Badisches Tagblatt
 
»Wunderbare Bilder, zurückhaltende, gelegentlich karge Texte, die aber immer zum Leser hin sprechen und das selbstreferentielle Sprachspiel meiden.« Poetenladen
 
»Ganz wunderbare Kurzprosa, Werke wie Perlen, die man immer wieder gerne herausfischt.« Südkurier
 
»Ein leiser, ein melancholischer Archivar des Vergänglichen. Zeitlose und zugleich in der Gegenwart verankerte Porträtskizzen und Miniaturstudien. Über die Jahre hat Sayer seinen eigenen Ton entwickelt.« Matthias Kehle, Badische Zeitung und allmende

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