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Ein Lebensweg

Maria Beig

2009, 164 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-940086-29-7

Leider vergriffen
€ (D) 17,50 / (A) 18,00*


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Ein faszinierendes Stück »Befreiungsliteratur«.

Jetzt auch als Taschenbuch.
 
»Maria Beigs Geschichten sind authentisch. Man will nicht, dass dieser Mitteilungsfluß abbricht, man will dieser ›Stimme‹ weiter zuhören.« Die Zeit
 
Zum Inhalt:
 
In dem ihr eigenen, ganz direkten Stil erzählt Maria Beig ein Leben, das kurz nach dem 1. Weltkrieg anfängt und bis in die Gegenwart reicht. Dass es der Autorin eigenes Leben ist, dessen »Lebensweg« hier so lapidar geschildert wird, macht alles noch authentischer, zwingender. Der 2. Weltkrieg spielt diesem Leben mit. Konsequenzen einer Liebe verändern alles, was nach dem Krieg kommt. Immer wieder hätte alles anders kommen können. Doch weil es nicht anders kam, entsteht das Schicksal einer Frau, die als siebtes von mehr als einem Dutzend Kinder auf einen oberschwäbischen Bauernhof geboren wird – mit allen Konsequenzen, die solch eine Geburt für ein Mädchen 1920 mit sich bringt. Erst jetzt, im hohen Alter, darf dieses Leben zu einem Ich finden und Dinge aussprechen, die lange ihr Geheimnis blieben. Und so begleiten wir die Figur, die Maria Beig heißt, auf ihrem weiten Weg zu sich selbst; wir begleiten dieses Leben, das ein Ich immer schon in sich trug, es jedoch immer wieder, um in der Welt weiter bestehen zu können, selbst zerstören musste. Das Erzählen ist bei ihr Erlösung und Einlösung zugleich: Maria Beig hat es schon immer verstanden, Geschichte so zu erzählen, dass vermeintlich kleine Schicksale zu großer Literatur wurden. Dieses Kunststück gelingt ihr nun beeindruckend
auch mit ihrem eigenen Lebensweg. 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Darum ist Hass die erste Gefühlsregung, der ich mich erinnere.«
 
»Daran erinnere ich mich,wie die Mutter zu ihm in meiner Gegenwart sagte: ›Sie ist nicht dumm.‹ Er lachte verächtlich, was der Mutter nicht gefiel. Darum meinte sie fast böse: ›Der Pfarrer hat es gesagt!‹ Da lachte er noch ärger.«
 
»Es war das erste Mal,dass mir das geschah, das mit der Liebe. Darum packte sie mich heftig. Dauernd schaute ich den Weg hinauf, ob er komme. Er war ein lustiger, rotblonder Kerl.«
 
»Es war in mir ganz leer. Plötzlich stand die Mutter da. Sie sprach ganz laut: ›Die Helena (die zweite hieß nach der Mutter) hat recht! Das war immer dein Fehler, du glaubst allen Leuten!‹ – ›Ich nehme mir das Leben.‹ – ›Nein!‹ Jetzt schrie die Mutter beinahe. ›Das wirst du nicht. Eine Schande auf die andere häufen. Wer sich so Dummes einbrockt, muss es auslöffeln. Denke nicht immer, ob es dir gefällt oder nicht. Tu deine Arbeit richtig!‹«
 

Das Buch in der Kritik:

»Die Freiheit nimmt sie sich: Im scharfen, schnellen Erzählen bekommen Lebensläufe Konturen, Verkettungen zwischen Generationen werden deutlich. Immer sind es der Lebenshunger und die Eigenwilligkeit weiblicher Hauptpersonen, die durch die Erzählungen führen... Wer Maria Beigs Romane schon kennt, findet in ›Ein Lebensweg‹ Hintergründe ihrer Entstehung und Gedanken über das Schreiben, lakonisch und humorvoll erzählt.« Daniela Kletzke, Frankfurter Rundschau
 
»Welch fantastisches Panorama einer schwäbischen Kindheit um 1930 entwickelt sich da! Mit knappsten Mitteln gelingen Beig unvergessliche Szenen wie der ›lebenslängliche‹ mütterliche Kampf gegen die Fliegen, eine herrliche Klamotte aussichtsloser Abscheu; Figuren wie der einem faunischen Naturgeist gleich streifende Fuchs oder der unheimliche ›Mauser‹, ein Kleintierjäger, Weltengrenzgänger. Dieses Buch hält, wie es alle große Literatur tut, deren Essenz im Verschwinden steht: Jene schwebende Ruhe, die Adalbert Stifter mit höchster Entschleunigungskunst erdichtete, schwingt hier aus dem erlebten Rhythmus des Bäuerlichen im Erzählen nach.« Die Zeit
 
»Unverblümt erzählt Maria Beig von den Mühen der Ausbildung zur Lehrerin, ehrlicher als viele ältere Menschen schildert sie die Verstrickung ihrer Generation in das nationalsozialistische System... und sie schreibt schmerzliche Geheimnisse auf. Ein bewegendes Lebenszeugnis. Hart, bedrückend, herb. Maria Beig beschönigt nichts. Sie zeigt einen Weg auf, die Mühen des Lebens zu ertragen, indem man sie erzählt. Beim Lesen wird man weiser.« Oswald Burger, Südkurier
 
»Maria Beigs Sätze sind einfach, sperrig, spröde. Und doch fesseln ihre Erinnerungen. Unwillkürlich will der Leser diese tapfere Frau auf ihrem weiten Weg zu sich selbst begleiten. Ein kleines, feines Buch, das gerade in seiner Schlichtheit berührt.« Christel Freitag, SWR2 und dradio
 
»Maria Beig - bescheiden, sympathisch und hochbegabt. In ›Ein Lebensweg‹ berichtet sie in großer Offenheit, was in ›Rabenkrächzen‹ und ›Hochzeitslose‹ nur zwischen den Zeilen herauszulesen war: ›Ich habe alles verschweigen müssen, hab's auch vergessen wollen‹.« Karin Wehrheim , Bodenseeradio (SWR)
 
»Maria Beig versteht die Kunst des Weglassens. Mit unfassbarer Lakonie beschreibt sie, wie sich das anfühlt, von der Familie verstoßen zu werden. Maria Beig hat ein sperriges Buch zu einem sperrigen Leben geschrieben, doch es atmet Glaubwürdigkeit aus jedem Satz.« Schwäbisches Tagblatt
 
»Eine schmerzliche Auseinandersetzung mit der Heimat: Maria Beigs ›Ein Lebensweg‹ steht in der Spannung von Verwurzelung und Befreiung. Geradlinig, schlaglichtartig und spannungsvoll schildert die Schriftstellerin ihre Jugend: Hass war ihre erste Erinnerung und der wurde im Weiteren genährt, eröffnet Beig ihre Autobiographie mit dem eindrucksstarken Bild von der Großmutter, deren über den Kinderwagen gebeugter Kopf ihr die Sonne verdunkelt und auch sonst Schatten ins junge Leben wirft.« Reutlinger General-Anzeiger
 
»Es ist ein Segen, dass sich Maria Beig bis heute nicht vom Schreiben abbringen ließ. Was für ein Lebensweg.« Rainer Moritz, Stuttgarter Zeitung
 
»Maria Beig beschönigt nichts, beschreibt keine Idylle auf dem Bauernhof zwischen den Weltkriegen. Im Gegenteil: Unprätentiös und lakonisch, herb und poetisch zugleich schildert sie ihren ›Lebensweg‹. Am Ziel scheint Maria Beig mit diesem bewegenden und wahrhaftigen Buch angekommen zu sein, nämlich mit Gleichmut die Beschwernisse des Alters zu ertragen.« literaturkritik.de
 
»Es herrscht ein eisernes Melancholieverbot in die diesem Buch. Keine Wehmut, keine Verklärungen. Aber auch keine Klagen oder ungebetenen Ratschläge. Dieses Buch ist frisch, ja fast kraftstrotzend, obwohl es von einer 89-Jährigen geschrieben wurde. Obwohl? Oder weil...?« Glanz und Elend
 
»Was Maria Beig hier beschreibt, hat Theodor W. Adorno ›ein richtiges Leben im falschen‹ genannt. Selten wurde dies in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart so meisterhaft beschrieben wie hier.«  Suite 101
 
»Hier wird nichts beschönigt, hier wird niemand geschont, am wenigsten schont sich die Autorin selbst. ›Ein Lebensweg‹ ist zweifellos das persönlichste, mutigste Buch der 1920 geborenen Chronistin bäuerlichen Lebens und weiblichen Schicksals in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.« Schwäbische Zeitung 
 
»Maria Beig beschreibt kein idyllisches Landleben; sie zerstört romantische Vorstellungen. Beschönigt nichts. Berichtet über Gelingen und Scheitern mit nüchternem Gleichmut. Für sie ist Schreiben immer auch ein Stück Erlösung.« www.lit-os.de
 
»Bei aller Härte, bei allen Verlusten und Verletzungen, die Beig zur Sprache bringt, ist dank des ›Gleichmuts‹ und der Wahrhaftigkeit auch ein versöhnliches, tröstliches und tröstendes Buch entstanden: ein Werk, das die Summe über ein Œuvre zieht, dessen Wurzeln darin zu suchen sind, dass sich das Unglück, das nache inem Wort von Arnold Stadler ja als Glück gedacht war, schreibend verwandeln lässt.« allmende 
 
»Was sie immer schon in sich trug und in ihren Büchern verbarg, über ihre Kindheit, ihren dornigen Weg als uneheliche Mutter wie als Ehefrau, die unter dem Diktat des Mannes litt, das hat Maria Beig jetzt beim Namen genannt.« Vorarlberger Nachrichten
 
»In der Schilderung der bäuerlichen Welt betreibt das Buch so etwas wie nüchtern-poetische Sozialgeschichtsschreibung. Glaubhaft ruft es eine versunkene Welt herauf und folgt der Spur subjektiven Erlebens - auch in der Gewichtung. Hätte Maria Beig den Hebel-Pries nicht schon 2004 erhalten, mit diesem Buch hätte sie die AUsszeichnung verdient.« Badische Zeitung


Nachrichten über "Ein Lebensweg":



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30. März 2017
»Hölderlin war nicht verrückt«: Buchpremiere im Hölderlinturm

28. März 2017
Winfried Hermann zur Gast bei der Buchpremiere »Die abenteuerliche Fahrt des Herrn von Drais«

19. März 2017
Buchpräsentation mit Sibylle Schleicher im Theater Ulm

16. März 2017
Klöpfer & Meyer in Halle 5 K108 auf der Leipziger Buchmesse

26. Februar 2017
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